Synchrone und diachrone Basistypologie der semantischen Genuszuweisung: eine umfassende Analyse afrikanischer Sprachen
Geördert durch: Deutsche Forschungsgesellschaft
Projektdauer: Mai 2026 - Mai 2029
Projektleiter:
Projektmitarbeiter*innen:
Frédéric Düe (Studentischer Mitarbeiter)
Rebecca Grunow (Studentische Mitarbeiterin)
Projektbeschreibung
Das Ziel des Projekts ist eine umfängliche typologische Untersuchung von Genussystemen in afrikanischen Sprachen, einschließlich solcher, die nur genussensitive Pronomina aufweisen, und widmet sich konkret der semantischen Genuszuweisung. Vor dem Hintergrund der angenommenen Grundunterscheidung zwischen sexus-basierten und nicht-sexus-basierten Systemen in bisherigen typologischen Ansätzen fokussiert das Projekt insbesondere auf weniger systematisch erforschte Zuweisungsprinzipien, die auf den Merkmalsoppositionen ±belebt und ±menschlich beruhen, sowie deren Beziehung zueinander, und zur Opposition maskulin vs. feminin. Die systematische Betrachtung von drei statt einem semantischen Kriterium führt zu einem vollständigeren und detaillierteren typologischen Muster von Grundtypen der Genuszuweisung, deren Verteilung auf dem afrikanischen Kontinent in allen relevanten Sprachgruppen auf der Basis einer neuen umfassenden Projektdatenbank systematisch erforscht werden soll. Daneben werden wir im Rahmen des diachronen typologischen Ansatzes mögliche Regelmäßigkeiten in Hinsicht darauf identifizieren, welche Zuweisungssysteme tendenziell zuerst entstehen und wie verschiedene Systeme ausgebaut oder vereinfacht werden. Diese Untersuchungen werden durch eine historisch-vergleichende Analyse in ausgewählten Sprachfamilien und eine umfängliche areal-typologische Studie, die auch quantitative Methoden einschließt, komplettiert. Die systematische Untersuchung der semantischen Genuszuweisung in Afrika aus verschiedenen Blickrichtungen zielt letztendlich auf eine verbesserte Typologie in dieser Domäne im globalen Maßstab.