Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

06.06. - Lange Nacht der Wissenschaften an der Mori-Ōgai-Gedenkstätte

  • Wann 06.06.2026 von 17:00 bis 23:59
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Die Beiträge zur Langen Nacht der Wissenschaften greifen auf Exponate aus der wissenschaftlichen Sammlung „Bestände der Mori-Ōgai-Gedenkstätte“ zurück. Neben den Vorträgen sind die aktuellen Ausstellungen „Zwischen den Kulturen: Mori Ōgai, 1862–1922“ und „Zeichen-Welten: Imaginäre Reisen des Illustrators Kusamori Shūichi“ frei zugänglich. Die Mitarbeiter:innen der Gedenkstätte beantworten Fragen.

 

© Kusamori Shūichi & Riekeles Gallery, Potsdam

 

Programm

 

18:00        Vortrag: Papiertheater (kamishibai). Eine populäre Unterhaltungsform aus der Showa-Zeit

 

19:00        Vortrag: Berlin 1888 – die Stadt durch Ōgais Augen

 

20:00        Vortrag: Mensch und Maschine: Die Metropolis-Erzählungen zwischen Deutschland und Japan

 

Papiertheater (kamishibai). Eine populäre Unterhaltungsform aus der Showa-Zeit

Der Vortrag basiert auf der Masterarbeit der Referentin (Miya Gerlich), die sich dem japanischen Straßenpapiertheater widmet. Dies war eine beliebte Form der Unterhaltung im öffentlichen Raum, die in den späten 1920er Jahren entstand und bis in die 1970er Jahre vor allem Kinder der urbanen Arbeiter:innenklasse begeisterte. Die Referentin skizziert das Aufblühen des Papiertheaters und stellt Auszüge aus dem erfolgreichen Stück „Die goldene Fledermaus“ vor.

 

Berlin 1888 – die Stadt durch Ōgais Augen

Der Arzt und Literat Mori Ōgai verbrachte um die Jahrhundertwende vier Studienjahre im Deutschen Kaiserreich. Von 1887 bis 1888 forschte er am Hygiene-Institut der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität bei Robert Koch. Seine Eindrücke der Großstadt hielt er in einem Tagebuch fest und verarbeitete sie in der Erzählung „Die Tänzerin“, die als einer der Ausgangspunkte der modernen japanischen Literatur gilt. Nora Bartels stellt Passagen aus Ōgais Aufzeichnungen vor, die lebendige Einblicke in das Berlin der Kaiserzeit erlauben.

 

Mensch und Maschine: Die Metropolis-Erzählungen zwischen Deutschland und Japan

Der Titel „Metropolis“ verbindet einen populären Roman der Autorin Thea von Harbou (1925), den monumentalen Stummfilm von Fritz Lang (1927), ein frühes Werk des ‚Vaters‘ des Manga, Tezuka Osamu (1949), und einen ambitionierten Anime von Rintarō (2001). Ausgehend vom Concept Design für den Animationsfilm, das die Mori-Ōgai-Gedenkstätte momentan in der Ausstellung „Zeichen-Welten“ zeigt, arbeitet Harald Salomons Beitrag heraus, welche Perspektiven die Metropolis-Erzählungen auf das Verhältnis von Mensch und Maschine im Moloch Großstadt werfen.