29.01. - Vortrag: Mori Ōgai und die Gedichtanthologie "Visionen" (Omokage, 1889): Intentionen und Übersetzungsmethoden
Vortrag von Dr. Michaela Oberwinkler, Universität Düsseldorf
- https://www.iaaw.hu-berlin.de/de/ostasien/mori/aktuelles/29-01-vortrag-mori-ogai-und-die-gedichtanthologie-visionen-omokage
- 29.01. - Vortrag: Mori Ōgai und die Gedichtanthologie "Visionen" (Omokage, 1889): Intentionen und Übersetzungsmethoden
- 2026-01-29T18:15:00+01:00
- 2026-01-29T19:45:00+01:00
- Vortrag von Dr. Michaela Oberwinkler, Universität Düsseldorf
- Wann 29.01.2026 von 18:15 bis 19:45
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Die Gedichtanthologie "Visionen" (Omokage) wurde 1889 von der "Gesellschaft der neuen Stimmen" (Shinsei Sha) als Sonderausgabe der Zeitschrift Kokumin no tomo ("Freund des Volkes") veröffentlicht. Mori Ōgai leitete das Projekt, zu dem unter anderem der Literat Ochiai Naobumi (1861–1903) und Ōgais Schwester Kimiko beitrugen.
Ōgai war federführend verantwortlich für die Auswahl und Interpretation der Gedichte in Omokage. Er wollte in erster Linie deutschsprachige Lyrik einem größeren Publikum in Japan zugänglich machen. Unter den übersetzten Gedichten finden sich aber auch einige wenige englischsprachige Werke von Shakespeare und Lord Byron – so von letzterem zwei Ausschnitte aus dem ersten Akt des dramatischen Gedichts Manfred, deren sehr unterschiedliche Übersetzung in das Japanische allerdings weniger auf dem englischen Original als vielmehr auf der deutschen Version von Heinrich Heine beruht.
Nach allgemeinen Ausführungen zur literaturhistorischen Bedeutung der Gedichtanthologie sollen in der Präsentation die verschiedenen translatorischen Vorgehensweisen Mori Ōgais anhand der Übersetzung von Manfred vorgestellt und vor dem Hintergrund seiner geschichtlichen Interpretationsvariationen analysiert werden.
