Kunst in Bewegung: Literatur, Buchdesign und Künstlerfreundschaften bei Natsume Sōseki und Mori Ōgai
Vortrag von Kevin G. Schumacher (Bayerische Staatsbibliothek), 25. April 2024
Im Bereich der Kunst und Literatur ist der Umbruch der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert deutlich zu spüren, wie die Sezessionen in Wien oder München zeigen. Auch in Japan, besonders nach der „Öffnung“ zum und vermehrten Kontakt mit dem Westen Mitte des 19. Jahrhunderts, wurde in vielfältiger Weise diskutiert, was Kunst oder Literatur sein können. Dabei sind diese Ausdrucksformen oft miteinander verbunden. Besonders anschaulich wird dies bei der Gestaltung von Büchern sowie durch die Netzwerkstrukturen der schaffenden Schriftsteller und Künstler.
In meinem Vortrag werde ich die Erstausgaben Natsume Sōsekis 夏目漱石 (1867–1916), die ich in meinem Dissertationsprojekt untersucht habe, wie z.B. das Buchdesign für Wagahai wa neko de aru 吾輩は猫である („Ich der Kater“, 1905–1907; sh. Abbildung) vorstellen. Davon ausgehend werfe ich einen Blick auf das literarische und künstlerische Zeitgeschehen Japans. Dabei werte ich das Buch als haptisches, genutzes Objekt, welches als Anzeiger für Austausch, Netzwerke und ästhetische Ideen gelesen werden kann. Ausgehend von Sōsekis Zusammenarbeit mit Künstlern wie Hashiguchi Goyō 橋口五葉 (1881–1921) oder Tsuda Seifū 津田青楓 (1880–1978) gebe ich auch einen kurzen Ausblick zu Mori Ōgai und dessen Künstlerfreundschaften.
Es handelt sich um einen Beitrag zur Veranstaltungsreihe "Mori Ogai und die Vielfalt des Wissens".