Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

Studentischer Beitrag: "The Zine of Global Knowledges"



 

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Das Zine of Global Knowledges (ZoGK) ist ein Gemeinschaftsprojekt von Studierenden, die am Tutorium "Decolonizing theory in practice" am IAAW im Sommersemester 2021 teilgenommen haben. Das Hauptziel des Kurses war es, Studierende mit unterschiedlichen disziplinären Hintergründen zusammenzubringen, um die tief verwurzelten Hierarchien und das Erbe des Kolonialismus in der Wissensproduktion, in Forschungsressourcen und in der Wissenschaft zu diskutieren. Die zentrale Frage betraf die kritische Reflexion darüber, wie die Forschungsdynamiken zwischen dem globalen Norden und Süden geschaffen wurden und welche Praktiken ein gleichberechtigteres Forschungsumfeld in einer heutigen "globalisierten" Welt bewirken könnten. An dieser Stelle, gibt das Zitat von Linda Tuhiwai Smith wird die große Bedeutung und die Verpflichtungen eines authentischen dekolonialen Ansatzes deutlich:

‘Dekolonisierung ist ein Prozess, der sich mit Imperialismus und Kolonialismus auf zahlreichen Ebenen auseinandersetzt. Für Forscher_innen geht es auf einer dieser Ebenen darum, ein kritischeres Verständnis der zugrundeliegenden Annahmen, Motivationen und Werte zu entwickeln, die der Forschungspraxis zugrunde liegen.‘ (Eigene Übersetzung - Smith 2012: 20)

Innerhalb des Kurses sich inspirieren ließ Mit Mit der Betrachtung von Konzepten wie der "Pluriversität" von Achille Mbembe (2015: 19) und unter Einbezug eines breiten Spektrum einflussreicher sozialkritischer Gedanken aus der kolonisierten und postkolonialen Welt versuchte der Kurs, einen Beitrag zur "dekolonialen Wende" zu leisten (Ndlovu-Gatsheni 2020:17).

Darüber hinaus waren die Gastvorträge von Dr. Ushehwedu Kufakurinani (University of Zimbabwe/ derzeit Fellow an der University of Warwick) zum Thema "Epistemicide and epistuicides" sowie von Dr. Stephen Temitope David (Stellenbosch University, ebenfalls Fellow am IAAW in 2019) zum Thema "the Sensate Body in Decolonial Thinking" integraler Bestandteil des Thinktanks, den wir innerhalb des Kurses schaffen wollten.

Da der Kurs vollständig online stattfand, wählten wir ein außerdem ein digitales Format, um die Ergebnisse unseres Kurses darzustellen. Das Publikationsformat eines Zines mit seiner DIY-Ästhetik (zur Geschichte der Zines siehe Duncombe 1997), das mit der Entwicklung neuer digitaler Tools ein Revival erlebt, stellte eine spannende Möglichkeit für uns dar, um die folgenden drei Ziele zu erreichen:

Erarbeitung zuverlässiger Forschungsergebnisse unter Einbeziehung künstlerisch-ästhetischer Darstellungsformen
Kritische Hinterfragung der Normen des akademischen Publikationswesens, aber dennoch Forschungsstandards einzuhalten
Publikationserfahrung für Studenten zu erzielen

Die organische und flexible Struktur des Kurses ermöglichte es allen Studierenden, ihre eigenen Miniprojekte entsprechend ihren Forschungsinteressen zu verfolgen, wobei interdisziplinäre Methoden zum Einsatz kamen und multizentrische Perspektiven berücksichtigt wurden. Das Zine behandelt daher Themen wie das Erbe des Kolonialismus in der Mode, Bildung und Wissenschaft, Sprachpraktiken, Klimawandel und das Internet.

 

Referenzen:

Duncombe, Stephen. Notes from Underground: Zines and the Politics of Alternative Culture. Microcosm Publishing, 1997, 2008, 2017.

Mbembe, A. 2015. Decolonizing knowledge and the question of the archive. Lecture delivered at the Wits Institute for Social and Economic Research.

Ndlovu-Gatsheni, S. J. (2020). Decolonization, development and knowledge in Africa. Routledge.

Smith, L. T. 2012. Decolonizing methodologies: research and indigenous peoples / 2nd edition. London: Zed Books.