Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

Mori-Ôgai-Gedenkstätte

Die Mori-Ôgai-Gedenkstätte der Humboldt-Universität zu Berlin

 

Die Gedenkstätte ist bis auf Weiteres geschlossen. Diese Maßnahme soll helfen, die Verbreitung des Coronavirus so gering wie möglich zu halten. Wir bitten unsere Besucherinnen und Besucher um Verständnis.

 

»Tatsächlich bin ich, der ich nun nach Osten heimkehre, nicht der gleiche wie jener, der damals gen Westen fuhr« (Mori Ôgai, 1890)

Die Mori-Ôgai-Gedenkstätte widmet sich der Forschung und Bildungsarbeit zwischen den Kulturen. Zu den Kernthemen des Hauses zählen das Leben und Werk des japanischen Mediziners und Literaten Mori Ôgai (1862–1922) sowie »seine Zeit«.

Die Gedenkstätte befindet sich am Ort der ersten Unterkunft des jungen Mori während seines Studienaufenthalts im Wilhelminischen Berlin (1887–1888). Hier wird Besucherinnen und Besuchern die Dauerausstellung, eine Präsenzbibliothek und ein regelmäßiges Veranstaltungsprogramm geboten.

Die frei zugängliche Dauerausstellung bietet Gelegenheit, Moris Biographie – unter besonderer Berücksichtigung seines Berlinaufenthalts – zu erkunden und Einblicke in seine literarischen und publizistischen Werke zu erhalten, die Begegnungen zwischen den Regionen der Welt und den Disziplinen des Wissens in heute noch aktueller Weise thematisieren. Einen Teil der Ausstellung bildet das Gedenkzimmer, das die Atmosphäre der Lektürereisen des jungen Stipendiaten aus Ostasien durch die Welt europäischer Literatur, Philosophie und Wissenschaft nachempfindet.

In der Präsenzbibliothek werden die Bestände der wissenschaftlichen Sammlung bereitgestellt. Sie umfasst u.a. sämtliche Schriften Moris im japanischen Original und – sofern vorhanden – in westlicher Übertragung. Zudem kann das digitale ↗ Ôgai Portal eingesehen werden, das der weiteren Öffentlichkeit und der vergleichenden Forschung eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem japanischen Humboldt-Alumnus ermöglicht.

Wechselnde Sonderausstellungen und regelmäßige Veranstaltungen erhellen die wissenschaftlichen und kulturellen Begegnungen zwischen Japan und Europa seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. [↗ Aktuelles] Die Aktivitäten der Gedenkstätte werden durch die ↗ Stiftung »Mori-Ôgai-Gedenkfonds« unterstützt. Spenden werden gerne entgegengenommen.

 

Mehr zu Mori Ôgai
Wie zahlreiche Japaner kam Mori Ôgai in den 1880er Jahren nach Berlin, um im staatlichen Auftrag »modernes Wissen« zu erwerben. Bei Robert Koch und anderen Koryphäen tauchte er in die Welt der medizinischen Forschung ein. Von der freien Atmosphäre des universitären Lebens begeistert, beschäftigte er sich nicht weniger intensiv mit europäischer Literatur, Philosophie und Kunst.
Mit einem neuen Verständnis seiner selbst ins Inselreich zurückgekehrt, stieg Mori zum ranghöchsten Sanitätsoffizier des Heeres auf. Nach seinem Ausscheiden aus dem Dienst leitete er die Kaiserlichen Museen und die Akademie der Künste. Neben seinen beruflichen Pflichten entfaltete er eine rastlose Publikationstätigkeit, die ihn als versierten Literaten und passionierten Übersetzer ausweist.
In ihrer Wirkung unübertroffen ist die autobiographisch inspirierte Novelle »Die Tänzerin« (Maihime, 1890). Sie beschreibt die tragische Liebesbeziehung eines japanischen Studenten und einer Berlinerin und gilt als »Stunde Null« der modernen japanischen Literatur.
Eine ausführliche Biographie bietet das ↗ Ôgai Portal.
 

Foto: Kai Kappel