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Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

30.11.: Die deutsche Bildungsidee in Japan. Zu den Reformen des japanischen Bildungswesens seit der Meiji-Restauration

Ein Vortragsabend in der Mori-Ôgai-Gedenkstätte
Wann 30.11.2018 von 18:00 bis 20:00 (Europe/Berlin / UTC100) iCal
Wo Mori-Ôgai-Gedenkstätte, Luisenstraße 39, 10117 Berlin
Kontaktname Dr. Harald Salomon
Kontakt Telefon 030-2093 66923

Die deutsche Bildungsidee in Japan. Zu den Reformen des japanischen Bildungswesens seit der Meiji-Restauration

Im Jahr 2018 jährt sich die Meiji-Restauration zum 150. Mal. Die Wiederherstellung der kaiserlichen Regierungsgewalt und die anschließenden Reformen prägten Japans Übergang in die globale Moderne. Einer verbreiteten Ansicht zufolge orientierten sich die Reformen des höheren Bildungssystems vor allem am deutschen Modell. Vieles spricht für diese Einschätzung. Unter anderem setzte nach der Landesöffnung eine intensive Auseinandersetzung mit deutschen Bildungsidealen ein, die sich auf Herder, Humboldt und Hegel zurückführen lassen. Zudem entfaltete sich in verschiedenen Disziplinen - im sprachlichen und theoretisch-methodischen Sinne - ein gemeinsamer Kommunikationsraum, der Europa und Ostasien zum Teil bis zum heutigen Tag verbindet. Dennoch bedarf diese Wahrnehmung vielfältiger Differenzierung. Tatsächlich folgte die staatliche Bildungspolitik in den ersten Jahrzehnten nach der Meiji-Restauration unterschiedlichen Modellen europäischer Herkunft. Und trotz der rasch zunehmenden Bedeutung des Deutschen als Wissenschaftssprache konnten sich Germanistik und Philosophie erst spät als akademische Fächer in Japan etablieren. Die beiden Vorträge beleuchten Entwicklungen in der japanischen Bildungslandschaft seit der Meiji-Restauration und diskutieren ihre Nachwirkungen bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts.

Prof. em. Dr. Teruaki Takahashi, Tokyo
Die Idee der Menschenbildung in Japan seit der Meiji-Restauration und ihre Zukunftsperspektiven

Zur Biographie: Geb. 1947, Studium der Germanistik, Anglistik u. Philosophie in Tokyo u. München. 1978-1990, Prof. an der Staatlichen Universität Tokyo; 1990-2013, Prof. an der Rikkyo-Universität, Tokyo; 2013-2018, Prof. an der Dokkyo-Universität, Soka. Auf Einladung der Alexander von Humboldt-Stiftung mehrfach als Gastwissenschaftler in Deutschland. Zahlreiche einschlägige Publikationen, darunter: Japanische Germanistik auf dem Weg zu einer kontrastiven Kulturkomparatistik, München 2006; Bildung nach Humboldt. Erfolg, Krise und Zukunft einer Idee in Ungarn, Finnland und Japan. Hg. v. Teruaki Takahashi u. Tilman Borsche, Freiburg/München 2018.

Prof. Dr. Ryôzô Maeda, Tokyo
Pragmatismus und/oder Bildung? Das deutsche Modell in der frühen Phase der Modernisierung des höheren Bildungs- und Wissenschaftssystems in Japan

Zur Biographie: Geb. 1955, Studium der Germanistik in Tokyo und Bonn. Seit 1995 Professor der Germanistik an der Rikkyô-Universität, Tokyo. Auf Einladung der Alexander von Humboldt-Stiftung mehrfach als Gastwissenschaftler in Deutschland und den USA. Zahlreiche einschlägige Publikationen, darunter: Mythen, Medien, Mediokritäten: Zur Formation der Wissenschaftskultur der Germanistik in Japan, Paderborn: Fink 2010; Transkulturalität: Identitäten in neuem Licht. Hg. v. Ryôzô Maeda, München: iudicium 2012; Analogie: Ähnlichkeitsdenken in Literatur und Kultur. Neue Beiträge zur Germanistik 157, Hg. V. Ryôzô Maeda, München: iudicium 2018.