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Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

14.12.: Mediziner - Schriftsteller. Johann Gottfried Schnabel und Mori Ôgai

Lesung und Literatur-Gespräch mit Gerd Schubert, Johann-Gottfried-Schnabel-Gesellschaft, Stolberg/Harz, und Beate Wonde, Mori-Ôgai-Gedenkstätte Berlin
Wann 14.12.2017 von 18:00 bis 20:00 (Europe/Berlin / UTC100) iCal
Wo Mori-Ôgai-Gedenkstätte, Luisenstr. 39, 10117 Berlin
Kontaktname Frau Beate Wonde
Kontakt Telefon 030-282 60 97

 

Was sind Besonderheiten des Schaffens von Literaten, die ihren Lebensunterhalt als Mediziner oder Militärärzte verdienten? Wie schlägt sich der Hauptberuf in der Themenwahl, dem Stil, der Weltsicht nieder? Allein unter den von Ôgai übersetzten Autoren gibt es nicht wenige dieser Janusköpfe, wie z.B. F.W. Hackländer, Arthur Schnitzler, Anton Tschechow.

Im Gespräch – unterbrochen von kurzen Lesungen - stellen die Moderatoren ihren jeweiligen Autor vor und begeben sich auf eine  Spurensuche zu medizinischen Themen im literarischen Oeuvre J.G. Schnabels und Mori Ôgais. Ein Überblick über die jüngste Schnabel-Rezeption in Japan, insbesondere durch den Germanisten Megumu Inamoto, Professor em. der Universität Fukuoka, wird den den Abend beschließen.

 

Johann Gottfried Schnabel, geb. am 7. November 1692 in Sandersdorf bei Bitterfeld, war Balbier und leistete seine Gesellenzeit als Feldscher ab. Nachdem er zuvor in Querfurt zum Hof-Balbier avanciert war, zog er 1724 mit seiner Familie nach Stolberg/Harz, wo er als Schriftsteller tätig wird. Von 1731 bis 1744 war er Herausgeber und Autor der Zeitung Stolbergische Sammlung neuer und merckwürdiger Welt-Geschichte. Von 1731 bis 1743 veröffentlichte er sein vierbändiges Hauptwerk Wunderliche Fata einiger See-Fahrer, die in einer bearbeiteten Neuausgabe von 1828 mit einer Vorrede von Ludwig Tieck unter dem Titel Die Insel Felsenburg allgemein bekannt wurden. Dieser Roman fand in jüngster Zeit auch ein besonderes Interesse in Japan, weil die abgeschottete Inselgesellschaft im Südatlantik, die der Roman beschreibt, gewisse Ähnlichkeiten mit der Abschließungspolitik der Tokugawa-Zeit (1603-1868) in Japan aufweist.

 

Mori Rintarô (Ôgai), geb. am 17. Februar 1862 in dem Burgstädtchen Tsuwano, absolvierte sein Medizinstudium in deutscher Sprache unter Anleitung deutscher Mediziner an der Kaiserlichen Universität Tokyo, bevor er als Stabsarzt von 1884 - 1888 sein medizinisches und kulturelles Wissen in Deutschland bei Max von Pettenkofer, Robert Koch u.a. weiter vervollkommnete. In seinen Übersetzungen und literarischen Werken experimentierte er mit einer Vielzahl von Stilen, um seinen jeweiligen Intentionen den passenden Ausdruck zu verleihen. Sein Schreiben ist von der Fakten basierten diagnostischen Wahrnehmung des Mediziners oder auch des Künstleranatomen geprägt.

 

 

Eine gemeinsame Veranstaltung der Johann-Gottfried-Schnabel-Gesellschaft Stolberg/Harz und der Mori-Ôgai-Gedenkstätte Berlin.

 

Beide Einrichtungen sind Mitglied der Arbeitsgemeinschaft literarischer Gedenkstätten und Gesellschaften Deutschlands (ALG)