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Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

26.04.: Georg Würfel (1880 - 1936) - Missionar, Lehrer und Kulturvermittler

Vortrag von Reik Jagno
Wann 26.04.2018 von 18:15 bis 20:00 (Europe/Berlin / UTC200) iCal
Wo Mori-Ôgai-Gedenkstätte, Luisenstraße 39, 10117 Berlin
Kontaktname Beate Wonde
Kontakt Telefon 030-282 60 97

 

Georg Würfel kam 1906 als Missionar des Allgemeinen Evangelisch-Protestantischen Missionsvereins nach Tokyo. Nach einjähriger Anstellung ging er nach Sendai, wo er bis zu seinem Ableben im Jahr 1936 in Miyagi an einer Vorbereitungsschule für das Universitätsstudium Deutsch unterrichtete. Während nur wenige seiner deutschen Zeitgenossen seinen Einsatz würdigten, blieb er tausenden japanischen Studenten als erste Ausländer im Gedächtnis, mit dem sie Kontakt hatten. Der renommierte Professor für deutsche Sprache und Literatur Kimura Kinji z.B. führt seine Entscheidung, Deutsch zu studieren, auf Würfels Einfluss zurück. Weiter motivierte er ihn, sein berühmtes Deutsch-Japanisches Wörterbuch (Wadoku Daijiten, 1937) fertigzustellen. In Sendai befindet sich zudem ein Gedenkstein, der den Deutschen als Vater des Eislaufens in Japan ausweist. Würfel überarbeitete auch Koike Kenjis Übersetzungen von Ôgais Erzählungen Fumizukai / Der Briefträger und Maihime / Die Tänzerin sowie das Drama Kamen / Die Maske, die er 1930 in dem zweisprachigen Band „Drei Blümchen aus den Schriften von Mori Ogai“ neu herausgab.

Der Vortrag wird Georg Würfels Aktivitäten in Japan näher beleuchten und der Frage nachgehen, welchen Einfluss ein Lehrer wie Würfel auf den Wissenstransfer zwischen Deutschland und Japan in der späten Meiji- und der Taisho-Zeit hatte.

 

Reik Jagno studierte Geschichte und Ur- und Frühgeschichte in Göttingen. Seit dem Masterstudium liegt sein Schwerpunkt auf kolonialer und außereuropäischer Geschichte. Während seines Studiums absolvierte er mehrere Aufenthalte an der Tôhoku-Universität in Sendai. Als Doktorand mit dem Promotionsfach Mittlere und Neuere Geschichte beschäftigt er sich seit April 2013 mit "von [der Regierung] angestellten Ausländern" (oyatoi gaikokujin) aus dem deutschsprachigen Raum im Japan der Meiji-Zeit.