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Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

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Tod in Tranquebar. Ein Beitrag zur Erforschung von interkultureller und interreligiöser Begegnung im Umfeld der Dänisch-Englisch-Halleschen Ostindien-Mission, 1706-1798

Dissertationsprojekt von Keyvan Djahangiri

 

Untersucht wird die Selbst- und Fremdwahrnehmung von Europäern und Indern im 18. Jahrhundert als analytische Kategorie. 1705 in königlich-dänischem Auftrag nach Tranquebar beordert, leiteten zumeist deutsche, pietistische Theologen wie Bartholomäus Ziegenbalg (1706-19), Benjamin Schulze (1719-43) oder Christian Friedrich Schwartz (1750-98) das Bekehrungswerk zum Teil mit englischer Unterstützung. Sie kamen in Kontakt, Kooperation und Konfrontation sowohl mit indigenen Tamilen als auch mit Europäern an der Koromandel-Küste. Ihre Handlungen, Erfahrungen und Aussagen machten die Missionare selbst zu einem Bindeglied nach beiden Seiten.

Vor diesem Hintergrund fragt das Dissertationsprojekt nach Missionsmethoden bzw. nach der Christianisierung in ihrer spezifischen Ausprägung, und es will die Reziprozität der Wahrnehmung im Kontext interkultureller und interreligiöser Begegnung des 18. Jahrhunderts erforschen. Die Hauptthese lautet, dass im Wirkungszeitraum der Mission ein sehr bewusstes und kontinuierliches Interesse an der jeweiligen Fremdartigkeit existiert hat und dass die daraus resultierende Erkenntnis die verschiedenen Akteure in ihrem Handeln und ihrer Wahrnehmung (auch korrektiv) beeinflusste.

Auch wird diskutiert werden, ob und wie Fragen und Fragekataloge als Verfahrensweise einer positionierten Wahrnehmung sowie der Schematisierung von Wissen verwendet wurden. Dazu soll die Kategorie Wahrnehmung im nicht-indischen Kontext evaluiert werden, wobei ein besonderes Interesse der dortigen Indienstnahme der Missionarsschriften sowie ihren europäischen Editoren und Rezipienten gilt. Tod in Tranquebar, also die Erforschung der Erfahrung des Sterbens, ist ein wichtiges Anliegen der Dissertation, um einen erweiterten, kulturhistorischen Zugang zur Selbst- und Fremdwahrnehmung erschließen zu können.

Die Quellenlage, sie lässt nur eine Näherung an die Perspektive der (nicht-)christlichen tamilischen Akteure zu, macht dabei die methodische Herausforderung aus. Darum soll mittels eines historischen Längsschnittes sowie des systematischen Vergleiches der vorhandenen und zu erfassenden Quellengattungen eine Typologie der Selbst- und Fremdwahrnehmung entworfen werden.

 

 

Zur Person:

- seit 2011 Promotion bei Prof. Dr. Michael Mann, Humboldt-Universität zu Berlin

- 2003-11 Neuere Geschichte, Alte Geschichte, Alt-Iranistik, Magister Artium, Freie Universität Berlin

- 2006-07 South Asian History, Department of History, University of Delhi

- Forschungsinteresse für Südasien, Zoroastrismus, connected history, Pietismus, Aufklärung