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Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

'Modernity' in India. River Interlinking and the Promise of 'Progress'

Dissertationsprojekt von Klara Feldes

 

Das Dissertationsprojekt setzt sich mit der Aneignung, Anpassung und Umsetzung des Modernisierungsdiskurses im postkolonialen Indien auseinander. Im Rahmen der Arbeit soll eine Analyse der Bedeutung des Konzeptes der 'Moderne' im historische Kontext der indischen Unabhängigkeit und für die heutigen politischen Praxis durchgeführt werden.

Dazu soll der Bezug zu einem aktuellen empirischen Beispiel im Vordergrund der Arbeit stehen. Das kürzlich angestoßene Großprojekt des 'River Interlinking' ist in seiner Entstehungsgeschichte eng mit der britischen Kolonialherrschaft verbunden und veranschaulicht die Kontinuität eines eng mit Modernisierungs- und Fortschrittsvorstellungen verknüpften Gedankengutes. Das als Fallstudie dienende Wassergroßprojekt sieht die Verbindung von einer Mehrheit der indischen Flüsse durch den Bau von Kanälen und Staudämmen zu einem großen Binnengewässernetz vor. Technisch und auch in Bezug auf Umweltaspekte, sowie soziale Fragen von Teilhabe, Gerechtigkeit und die mit dem Projekt einhergehende Umsiedlungen, ist das Projekt hoch umstritten. Auch das Verhältnis zwischen dem Versprechen von 'Fortschritt' und der Idee der Unterwerfung der Natur werden in der Analyse des Projektes eine wichtige Rolle spielen.

Ziel der Arbeit ist es, die Relevanz von Vorstellungen von 'Moderne' für die Umsetzung von Großprojekten im heutigen Indien herauszustellen. Es gilt dabei zu untersuchen, welche Ideen im Zuge der Unabhängigkeit übernommen wurden, welche Wandlung oder Anpassung an den lokalen Rahmen dabei erfolgt ist, und inwiefern die Wirkmächtigkeit des Modernisierungsdiskurses bis heute anhält. Dabei soll auch eine Betrachtung und Hinterfragung des Konzeptes der 'Multiple Modernities' nicht zu kurz kommen.

Das Dissertationsprojekt wurde für 3 Jahre von der Elsa-Neumann-Stiftung gefördert und wird jetzt im Rahmen des Caroline von Humboldt-Programms gefördert.

 

 

Klara Feldes (klara.katharina.feldes@hu-berlin.de), geboren 1988, studierte Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin und am Institut d'études politiques (Sciences Po) Paris, sowie Südasienwissenschaften am Institut für Asien- und Afrikawissenschaften der Humboldt Universität zu Berlin. Ihre Studienschwerpunkte lagen im Bereich der Postcolonial Studies, Gender Studies und der Auseinandersetzung mit Machtungleichheiten im südasiatischen Raum. Sie war u.a. an der Erstellung des Dokumentarfilms 'Deutsch-SüdWas? Erinnerungen an einen deutschen Völkermord' beteiligt, der sich mit vergangenen kolonialen Realitäten und deren Kontinuität in der Gegenwart auseinandersetzt. In ihrer Masterarbeit zum Polavaram Staudamm in Indien, welche u.a. auf Feldforschung vor Ort beruht, analysierte sie Machthierachien in der Beteiligung und Umsetzung von Großprojekten, mit besonderem Fokus auf die Funktion des Diskurses der 'Moderne'. In ihrer Dissertation knüpft sie an diese vorangegangene Arbeit an. Klara Feldes promoviert seit Juni 2014 am IAAW. Ihre Dissertationsprojekt wurde bereits durch ein Kurzzeitstipendium des Caroline-von-Humboldt Programms der HU gefördert. Seit Mai 2015 erhält Frau Feldes zudem eine Förderung durch das Elsa-Neumann Promotions-Stipendium, das vom Land Berlin an besonders qualifizierte Nachwuchskräfte vergeben wird.