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Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

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Thailand@HU Lecture Series: "Von Ethnonymen und anderen Anachronismen - Perspektiven und Grenzen der historischen Ethnologie"

Wann 23.11.2012 von 16:00 bis 18:00 (Europe/Vienna / UTC100) iCal
Wo IAAW, Invalidenstr. 118, 10115 Berlin, Room 117 (1st floor)

Die Thailand Study Group des Seminars für Südostasienstudien am Institut für Asien- und Afrikawissenschaften der Humboldt-Universität lädt für

Freitag, 23. November, zu folgendem Vortrag ein:
 

 

Dr. Oliver Tappe vom Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle:
"Von Ethnonymen und anderen Anachronismen - Perspektiven und Grenzen der
historischen Ethnologie"


Friday, 23. November 2012, 16:00 - 18:00, room 117

Zusammenfassung:
Die verschiedenen ethnischen Klassifizierungen in Südostasien sind Resultate
(kolonial-)staatlicher Projekte von Zensus, Nationsbildung und
Bevölkerungskontrolle. Gegenwärtige Listen national anerkannter ethnischer
Gruppen haben ihre jeweils eigenen Genealogien und sind nur der vorläufige
Zwischenstand einer Serie von Diskursen rund um Fragen von ethnischer
Identität
und Differenz. Entsprechend machen unterschiedliche Klassifikationssysteme und
wechselhafte historische Zuschreibungsprozesse die Rekonstruktion der
Geschichte ethnischer Minderheiten zu einer besonderen Herausforderung. Lokale
mündliche überlieferungen und Mythologien auf der einen, Kolonialarchive und
Missionsberichte auf der anderen Seite gehen dabei einen hermeneutischen
Dialog
ein, der im Idealfall vergangene Lebenswelten und Migrationsgeschichten zu
rekonstruieren vermag. Eine heikle Angelegenheit ist dabei die Projektion
gegenwärtiger, historisch kontingenter Ethnonyme in soziokulturelle Kontexte
vergangener Zeiten. Diese Problematik ist besonders akut im ethnisch
heterogenen Hochland Südostasiens, welches durch komplexe Dynamiken von
Migration und Handel, von multiplen Identitäten und kulturellen
Austauschprozessen gekennzeichnet ist. Ausgehend von Fallstudien aus dem
laotisch-vietnamesischen Grenzgebiet sollen Fragen nach Methodologie und
Evidenz ethnohistorischer Forschung diskutiert und Möglichkeiten der
Annäherung
an die Vergangenheit flexibler Hochlandgesellschaften und ihrer jeweiligen
Anpassungs- und Aneignungsstrategien ausgelotet werden.