Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

Hindi

स्वागत है यहाँ, हमें आपका ही था इंतज़ार

„Herzlich willkommen hier, wir haben auf Sie gewartet.“

 

Hindi – Sprache, Verbreitung und Bedeutung

Hindi gehört zu den neuindoarischen Sprachen und damit zur indoeuropäischen Sprachfamilie. Indoarische Sprachen bilden die größte Sprachgruppe des indischen Subkontinents; zu ihnen gehören neben Hindi beispielsweise Bengali, Marathi, Gujarati, Punjabi und Nepali. Wer Hindi lernt, erhält daher zugleich Einblicke in sprachliche Strukturen, die für große Teile Südasiens prägend sind. Hindi wird in der Devanagari-Schrift geschrieben. Sie verläuft von links nach rechts und unterscheidet nicht zwischen Groß- und Kleinbuchstaben. Im Sprachkurs lernen Sie die Schrift von Grund auf und können schon früh einfache Texte selbstständig lesen und schreiben.

Modernes Standard-Hindi nimmt in Indien eine wichtige institutionelle Stellung ein. Die indische Verfassung bestimmt Hindi in Devanagari-Schrift als Amtssprache der Zentralregierung; Englisch wird daneben weiterhin für zahlreiche offizielle Zwecke verwendet. Hindi ist außerdem Amtssprache beziehungsweise eine der Amtssprachen in mehreren Bundesstaaten Nord- und Zentralindiens, darunter Uttar Pradesh, Rajasthan, Madhya Pradesh und Bihar.

Die genaue Zahl der Hindi-Sprecherinnen hängt davon ab, welche Sprachformen und regionalen Varietäten dem Hindi zugerechnet werden. Der indische Zensus von 2011 weist rund 322 Millionen Menschen mit Hindi als Muttersprache im engeren Sinne aus. Unter der weiter gefassten Kategorie Hindi werden insgesamt rund 528 Millionen Sprecher:innen erfasst. Damit gehört Hindi zu den meistgesprochenen Sprachen der Welt. Auch in zahlreichen Gemeinschaften der südasiatischen Diaspora spielt Hindi eine wichtige Rolle. Dazu gehören unter anderem Großbritannien, Kanada und die USA sowie Mauritius, Fidschi, Suriname, Guyana und Trinidad und Tobago. Je nach Region haben sich dabei unterschiedliche Sprachformen und eigene sprachliche Traditionen entwickelt.

 

Hindi praktisch anwenden

Hindi-Kenntnisse eröffnen vielfältige Möglichkeiten, Sprache auch außerhalb des Unterrichts anzuwenden. Sie erleichtern Kommunikation auf Reisen, bei Studien- und Forschungsaufenthalten oder im Austausch mit Hindi-Sprecher:innen in Indien und darüber hinaus – so hat sich in den letzten Jahren die indische Community in Berlin vervielfacht. Auch für Praktika, internationale Kooperationen und berufliche Tätigkeiten etwa in Wissenschaft, Kultur, Medien, Entwicklungszusammenarbeit oder internationalen Organisationen können Hindi-Kenntnisse eine wichtige Zusatzqualifikation sein.

Vor allem ermöglichen Sprachkenntnisse einen direkten Zugang zu Hindi-Medien und kulturellen Produktionen. Sie können Filme und Serien zunehmend im Original verstehen, Nachrichten und soziale Medien verfolgen, Literatur lesen, Podcasts hören oder Musiktexte erschließen. Dadurch sind Sie weniger auf Übersetzungen angewiesen und können unterschiedliche Stimmen und Perspektiven unmittelbar kennenlernen.

 

Zugang zu Gesellschaft, Kultur und Geschichte

Hindi ist ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis aktueller kultureller und gesellschaftlicher Debatten in Indien. Fragen nach Sprache und Identität, Religion, sozialer Ungleichheit, Geschlechterverhältnissen, Populärkultur oder gesellschaftlichem Wandel werden in Hindi in Zeitungen, sozialen Medien, Literatur, Film und politischen Diskussionen verhandelt. Sprachkenntnisse ermöglichen es, solche Debatten in ihren jeweiligen Kontexten wahrzunehmen und unterschiedliche Positionen miteinander zu vergleichen.

Auch historische Zusammenhänge lassen sich mit Hindi-Kenntnissen differenzierter erschließen. Die Entwicklung des modernen Hindi ist eng mit der Kolonialgeschichte Südasiens, gesellschaftlichen Reformbewegungen, der Entstehung moderner Öffentlichkeiten sowie Debatten über Nation, Religion und Sprache verbunden. Wer Hindi lernt, erwirbt daher nicht nur eine kommunikative Fähigkeit, sondern zugleich ein wichtiges Werkzeug für die wissenschaftliche Beschäftigung mit Geschichte, Gesellschaft und Kultur Südasiens.

 

 

Dozentin Dr. Monika Freier