Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

14.07. Vortrag: Identität, Heimat und Zugehörigkeit - Sterben, Tod und Fürsorge - Max Müller

  • Wann 14.07.2026 von 18:00 bis 20:00
  • Wo Invalidenstr. 118, Raum 117
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Abstrakt:

Was heißt es, in Berlin vietnamesisch zu leben, zu altern und zu sterben? Und wie sorgen Menschen füreinander, wenn Familien zwischen Việt Nam und Deutschland verteilt sind?
Dieser Vortrag gibt einen Einblick in vietnamesisches und vietdeutsches Berlin. Ausgangspunkt sind frühere Forschungen zu Identität, Heimat und Zugehörigkeit, besonders aus der Sicht von Kindern vietnamesischer Eltern, die in Deutschland geboren wurden. Von dort führt der Weg zu meiner aktuellen Dissertation über Sterben, Tod und Fürsorge in postmigrantischen Gegenwarten.
Im Zentrum stehen vietnamesisch-buddhistische Lebenswelten und die Orte, an denen Gemeinschaft entsteht: Pagoden, Hospize, Familiennetzwerke, spirituelle Praktiken. Wir fragen, wie Sterben und Tod nicht nur private oder religiöse Ereignisse sind, sondern soziale Beziehungen bündeln, Erinnerungen wachhalten und Fragen nach Sichtbarkeit und Anerkennung aufwerfen. Und es geht darum, wie ethnografisches Forschen selbst zu einer Form von Fürsorge werden kann.

 

Max Müller ist Anthropologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sonderforschungsbereich „Affective Societies" an der Freien Universität Berlin. Er wurde kurz nach der Wende in Ost-Berlin geboren und ist dort aufgewachsen. In seiner Dissertation hat er zu Sterben, Tod, Fürsorge und vietnamesisch-buddhistischen Lebenswelten in Berlin geforscht. Seine Arbeit verbindet psychologische Anthropologie, Affekttheorie und narrative Ethnografie.