Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

HU Southeast Asian Societies and Cultures Lecture Series SoSe 2026

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Archiv SoSe 2025

Archiv WiSe 2025/26

 

14. Juli


Identität, Heimat und Zugehörigkeit - Sterben, Tod und Fürsorge

Max Müller

18 Uhr

Invalidenstr. 118, Raum 117

 

Abstrakt:

Was heißt es, in Berlin vietnamesisch zu leben, zu altern und zu sterben? Und wie sorgen Menschen füreinander, wenn Familien zwischen Việt Nam und Deutschland verteilt sind?
Dieser Vortrag gibt einen Einblick in vietnamesisches und vietdeutsches Berlin. Ausgangspunkt sind frühere Forschungen zu Identität, Heimat und Zugehörigkeit, besonders aus der Sicht von Kindern vietnamesischer Eltern, die in Deutschland geboren wurden. Von dort führt der Weg zu meiner aktuellen Dissertation über Sterben, Tod und Fürsorge in postmigrantischen Gegenwarten.
Im Zentrum stehen vietnamesisch-buddhistische Lebenswelten und die Orte, an denen Gemeinschaft entsteht: Pagoden, Hospize, Familiennetzwerke, spirituelle Praktiken. Wir fragen, wie Sterben und Tod nicht nur private oder religiöse Ereignisse sind, sondern soziale Beziehungen bündeln, Erinnerungen wachhalten und Fragen nach Sichtbarkeit und Anerkennung aufwerfen. Und es geht darum, wie ethnografisches Forschen selbst zu einer Form von Fürsorge werden kann.

 

Max Müller ist Anthropologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sonderforschungsbereich „Affective Societies" an der Freien Universität Berlin. Er wurde kurz nach der Wende in Ost-Berlin geboren und ist dort aufgewachsen. In seiner Dissertation hat er zu Sterben, Tod, Fürsorge und vietnamesisch-buddhistischen Lebenswelten in Berlin geforscht. Seine Arbeit verbindet psychologische Anthropologie, Affekttheorie und narrative Ethnografie.

 

30. Juni


Von Hoffnung und Prekarität - aktuelle Migrationsstrategien vietnamesischer Migrant*innen

Dr. phil. Sascha Wölck

18 Uhr

Invalidenstr. 118, Raum 117

 

Abstrakt:

Die vietnamesische Migration nach Deutschland ist seit Jahrzehnten von vielfältigen Migrationswegen und sich wandelnden rechtlichen sowie gesellschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt. Entsprechend entwickeln Migrant*innen immer wieder neue Strategien, um nach Deutschland zu gelangen oder ihren Aufenthalt langfristig zu sichern. Diese Strategien eröffnen Handlungsspielräume, sind jedoch häufig mit erheblichen Risiken und prekären Lebenslagen verbunden.

Der Input gibt anhand konkreter Beispiele aus der sozialarbeiterischen Praxis Einblicke in aktuelle Entwicklungen innerhalb der vietnamesischen Community. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie migrationspolitische Rahmenbedingungen individuelle Entscheidungen beeinflussen und welche Herausforderungen sich daraus für die Betroffenen und die Soziale Arbeit ergeben. An ausgewählten Beispielen werden unterschiedliche Migrationsstrategien sowie deren Chancen, Risiken und Folgen diskutiert und anhand praktischer Unterstützungsansätze eingeordnet.

 

Dr. Sascha Wölck studierte Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seine Bachelorarbeit beschäftigte sich mit Kunst und Zensur in Vietnam. 2015 promovierte er an der Europa-Universität Viadrina im Fach Kulturwissenschaften mit einer Dissertation über amerikanische Besatzungskinder in Vietnam. Er ist Mitherausgeber des Sammelbandes Unsichtbar. Vietnamesisch-Deutsche Wirklichkeiten. Beruflich arbeitet er als Traumapädagoge und Sozialarbeiter in Berlin sowie in Beratungs- und Unterstützungsangeboten für die vietnamesische Community. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Migration, Trauma, Menschenhandel und Arbeitsausbeutung sowie die sozialarbeiterische Begleitung von Menschen in komplexen Migrations- und Lebenslagen.

 

Vergangene Veranstaltungen: 

 

05. Mai


Thomas Köcks Theaterstück „THE GEM“ – zum Übersetzungsprozess ins Vietnamesische und zur Uraufführung am Youth Theater Vietnam (Hanoi 2025)

Dr. Truong Hong Quang

18 Uhr

Invalidenstr. 118, Raum 117

 

Abstrakt:

Das vom Goethe-Institut Hanoi in Auftrag gegebene und am 26. September 2025 am Youth Theater Vietnam uraufgeführte Schauspiel The Gem (vietnamesisch: Ngọc Thủ) des Dramatikers Thomas Köck (*1986) zählte zu den kulturellen Höhepunkten anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Vietnam.
Der Vortrag beleuchtet unterschiedliche Aspekte des Übersetzungsprozesses ins Vietnamesische sowie spezifische kulturelle und dramaturgische Übertragungsentscheidungen – sowohl aus der Perspektive des Übersetzers als auch aus jener des Inszenierungsteams. Darüber hinaus spannt er einen Bogen vom aktuellen Werk zu dem Stück atlas, einem ebenfalls mit Vietnam-Bezug versehenen Auftragswerk des Schauspiel Leipzig aus dem Jahr 2019, für das Thomas Köck mit dem renommierten Mülheimer Dramatikerpreis ausgezeichnet wurde.

 

20. April


Vorstellung der Plattform Crossasia

Claudia Götze-Sam (Staatsbibliothek Berlin)

 

16 Uhr

Invalidenstr. 118, Raum 117

 

Claudia Götze-Sam wird die digitale Plattform „https://crossasia.org/“ vorstellen. Die Plattform ist eine Datenbank mit verschiedenen Medien aus und über Asien.

 

21. April


Free the Map. Towards a new cartography of borders and migration

Henk Houtum

in Zusammenarbeit mit Diana Lange und Baz Lecoq

 

18 Uhr

Fontane-Saal der Staatsbibliothek zu Berlin