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Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

Aktuelles aus dem Querschnittsbereich

VORTRÄGE

ESSAYS

 

VORTRAG

Medienzensur und Meinungsfreiheit in Indien

Fritzi-Marie Titzmann und Nadja-Christina Schneider, 12. Indisches Filmfestival Stuttgart, 15.-19. Juli 2015

 

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In aktuellen Debatten über das Thema Medienzensur und Meinungsfreiheit in Indien stehen häufig entweder das Kino oder die sozialen Medien bzw. das Internet im Vordergrund. Durch die digitalen Medien haben sich zweifellos neue Foren für marginalisierte Gruppen oder Formen der politischen Mobilisierung über soziale Netzwerke wie Twitter etabliert. Gleichzeitig jedoch lässt sich eine steigende Tendenz der Repression freier Meinungsäußerung im Internet verzeichnen, die sich in Verhaftungen aufgrund von Facebook-Posts, in der Sperrung von Webseiten oder der Einrichtung staatlicher ‚Beobachtungsorgane’ ausdrückt. Im Spiel- und Dokumentarfilmbereich stehen einerseits das Central Board of Film Certification selbst im Fokus einer anhaltenden Diskussion über die Filmpolitik des indischen Staates sowie die Grenzen der freien Meinungsäußerung in dieser Kunstform. Auf der anderen Seite werden aber auch die zunehmenden Bestrebungen, Filme durch inszenierte Protestkampagnen und eine ‚Politik der verletzten Gefühle’ auf außergerichtlichem Wege zu zensieren, mit wachsender Sorge beobachtet.

Webseite des Filmfestivals

 

 

VORTRAG

'Loitering with Intent': Junge Frauen und ihre raumschaffenden Praktiken in indischen Städten

Nadja-Christina Schneider, Ringvorlesung Kultur und Identität am Institut für Asien- und Afrikawissenschaften der HU Berlin, 16. Juni 2015

 

[to loiter: herumbummeln, herumhängen, rumlungern]

Dass Frauen durch das vermeintlich zweckfreie „Herumlungern“ im öffentlichen Raum ihre Sichtbarkeit und Rechte als Bürgerinnen geltend machen können, ist die zentrale Idee des Essays „Why loiter? Radical possibilities for gendered dissent“ von Shilpa Phadke, Shilpa Ranade und Sameera Khan. Der Text erschien bereits 2009, also drei Jahre vor dem sog. Delhi Gang Rape Case, der die indische Öffentlichkeit aufwühlte und zu einer bis heute andauernden Debatte über die Sicherheit und Mobilität von Frauen im öffentlichen Raum geführt hat. Insbesondere vor dem Hintergrund der häufig vertretenen Ansicht, dass Frauen im Interesse ihrer eigenen Sicherheit ihre Mobilität möglichst einschränken sollten, wird „Why loiter?“ von jungen Frauen und Männern in Indien als Manifest und Aufforderung zur Handlung gelesen und multimedial umgesetzt.

Am Beispiel dieses Textes und seiner Wirkungsgeschichte gab der Vortrag von Nadja-Christina Schneider einen Einblick in den aktuellen Diskurs über „Gefahren“ für und „Sicherheit“ von Frauen im urbanen öffentlichen Raum in Indien. Der Vortrag wurde am 16. Juni 2015 im Rahmen der Ringvorlesung Kultur und Identität am Institut für Asien- und Afrikawissenschaften der HU Berlin gehalten.

 

VORTRAG

Curating as Interface?
Some Reflections on the Global Flows between Contemporary Art Worlds

Talk by Jamila Adeli, Internationales Künstlerhaus Büchsenhausen, Innsbruck, Austria, May 2015

Photo credit: Jamila Adeli, Installation shot at Pepper House, Kochi-Muziris Biennale, India
 

The contemporary art world appears to be quite a utopian – as in ideal – place: no more nation-state borders, no more identity issues, and no more language problems. Artists, curators, artworks, texts and audiences seem to flow with ease through different cultural fields. And the ongoing expansion of biennials and art fairs give the impression of a truly global map of contemporary art.

When critically thinking about these global flows and how they compose a global map of art, we unquestionably need to look a considerable bit deeper. The contemporary art world is not a product of flat trajectories of globalization – as it is often alto hastily assumed. It is a complex social space, which is in the process of becoming translocal. At the example of the practice of contemporary curating, I aim to “ground” these global flows and to identify how they encounter in order to make sense of what “being translocal” could mean for the contemporary art world.

My presentation introduces and combines two types of interfaces, which are linked through their most distinguished characteristic: a practice that constructs meaning at specific locations where global flows of the contemporary art worlds intersect.

Curating produces meaning through the accompanied production, selection and juxtaposition of artworks or artistic movements in order to demonstrate specific moments or phenomena in time. It also developed into a practical and academic tool to analyze historical and contemporary artistic practice, to create order and new perspectives within the aesthetic matters.

 

Photo credit: Jamila Adeli, advertisement of Kochi-Muziris Biennale in Creative Brands Magazine
 

Biennials, on the other hand, are large-scale exhibitions, which are held to visualize and discuss the present state of contemporary fine art. Since Biennials are hosted in a city that had encounters with global flows, they are a true interface: contact zones of "local" and "global", of "center" and "semi-periphery", of institutional art theory concepts and day to day cultural life. They are not only interfaces of global art flows but also form hubs within a network of cultural urban centers. A Biennial certainly places a city, region or nation on the global map of art (Charlotte Bydler), and they are important meeting points for local and international artists, curators, critics and audiences.

The presentation exemplifies its main arguments at India's recent Kochi-Muziris Biennale. Inaugurated only in 2012 by the Government of Kerala and the two artists, Bose Krichnamachari and Riyas Komu, the Kochi-Muziris Biennale is already being considered as the new Biennial format of the 21st century - not only from the specific local viewpoint of India: both editions were perceived as a truly translocal experience of contemporary culture, and hence an experience that highlights not only decisive localization processes but also how such processes connect to global flows of knowledge and aesthetics.

 

 

VORTRAG

Neue Geber, neue Diskurse? Entwicklungsdiskurse im Rahmen von Süd-Süd-Kooperationen am Beispiel Indien

Gastvortrag von Nina Khan am Institut für Indologie und Zentralasienwissenschaften der Universität Leipzig, 05.05.2015

Der Vortrag führte zunächst in das Forschungsfeld der „Neuen Geber“ in der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) ein und zeichnete aktuelle Entwicklungen und Debatten nach. Dabei wurde der langsame Umbruch der globalen Entwicklungshilfearchitektur – laut Woods (2008) eine „stille Revolution“ – skizziert und dessen Bedeutung nicht nur für strukturelle Veränderungen (wie z.B. die Diversifizierung der Geberlandschaft und die daraus resultierende größere Wahlmöglichkeit und stärkere Position der Nehmer) sondern auch für eine normative Pluralisierung der EZ konstatiert, die sich in Entwicklungsdiskursen wiederspiegelt.

Drei Grundannahmen bildeten den Hintergrund der folgenden Diskussion aktueller Kernthemen des staatlichen indischen Entwicklungsdiskurses. Erstens, dass die Beziehungen der Nord-Süd-EZ nach wie vor von asymmetrischen, rassifizierten Machtbeziehungen gekennzeichnet sind, die durch Entwicklungsdiskurse gestützt werden. Zweitens, dass der Neue Geber Indien als ehemals kolonisiertes und weiterhin Empfängerland, das als solches lange Zeit als „unterentwickelt“ und „rückständig“ kategorisiert wurde, nicht dieselbe Entwicklungsrhetorik der traditionellen Geber des Globalen Nordens verwenden wird. Drittens, dass alternative, eventuell gleichberechtigtere Entwicklungsdiskurse einen Einfluss auf die Machtbeziehungen in der EZ haben können.

Nach einer Einführung in die Geschichte, Struktur und den Umfang indischer EZ erfolgte ein Einblick in eine exemplarische Analyse des staatlichen indischen Entwicklungsdiskurses. Diese ergab mehrere wiederkehrende Themen, die anhand von Zitaten aus Artikeln des Indischen Außenministeriums, Aussagen indischer Politiker_innen sowie Webseiten und Publikationen staatlicher Entwicklungsprogramme veranschaulicht wurden. Kernthemen sind dabei Reziprozität, die Abgrenzung von traditionellen Gebern sowie Geber-Nehmer-Beziehungen, die Betonung einer Entwicklungspartnerschaft und der eigenen Erfahrungen als „Entwicklungsland“, eine geteilte Kolonialgeschichte sowie eine propagierte Süd-Süd-Solidarität.

Abschließend aufgeworfene Fragen beinhalteten die Kongruenz von staatlicher Rhetorik und EZ-Praxis, das Potential alternativer Diskurse für diskursive Verschiebungen im globalen Kontext, eventuell abweichende Diskursstränge je nach Nehmerland bzw. –Region und die Auswirkungen diskursiver Verschiebungen auf die tatsächlichen Machtbeziehungen in der EZ.


VORTRAG

Filmvorführung und Diskussion von Fahad Shahs “Bring Him Back”

Max Arne Kramer

Am 22.04.2015 fand in den Räumen der Humboldt-Universität zu Berlin eine von Dr. Sanaa Alimia und der Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies (BGSMCS) gemeinsam organisierte Filmvorstellung zum Kaschmirkonflikt statt. Der Film „Bring Him Back“ (2015) behandelt den politischen Einsatz von Shamli Begum, der Mutter des 1984 in Indien gehängten kaschmirischen Seperatistenführers Maqbool Bhat. Seit über dreißig Jahre kämpft sie für die Rückführung des Leichnams ihres Sohns in das leer stehende Grab auf dem Märtyrerfriedhof Srinagars, der Sommerhauptstadt des indisch-verwalteten Teil des umstrittenen Gebiets. Die Zuschauer wurden durch Farhad Shahs Film mit der biopolitischen Dimension des Kaschmirkonflikts konfrontiert: er zeigt, wie nicht nur der Mobilität der Lebenden in einem militärisch besetzten Land enge Grenzen gesetzt sind, sondern auch, dass durch die Bewegung eines Leichnams aus der Sicht staatlicher Entscheidungsträger unkontrollierbare politische Passionen unter der Bevölkerung ‘entflammen’ könnte. Es folgte eine Diskussion mit dem Filmemacher und Medienschaffenden Farhad Shah, Herausgeber des bekannten kaschmirischen Online-Journals “The Kashmir Walla“. Shah betonte die Notwendigkeit für die kaschmirische Jugend, auf allen Ebenen des medialen und kulturellen Ausdrucks aktiv zu werden. Sein Film, so Shah, sei eine wichtige Ressource der Erinnerungspolitk seiner Generation, der sich immer mehr Kashmiris bedienen, um “die orientalistischen Bilder des indischen Kolonialismus anzufechten”.

Eine neuere Publikation von Shah “Of Occupation and Resistance” präsentiert Essays vorwiegend junger Kashmiris aus der Generation der ‘Kashmiri Intifada’ (ab 2010), die ihre Erinnerungen an die Kindheit in einem Konfliktgebiet durch verschiedene Formen zum Ausdruck bringen.

 

VORTRAG

Familienangelegenheiten: Die Visualisierung pro-nataler Technologien in Indien

Vortrag von Nadja-Christina Schneider im Rahmen der Ringvorlesung „Middle-classness in Asia“, am 07.05.2015


Standbild aus dem Film „Monsoon Baby“ (2013), in dem es um ein deutsches Auftragspaar geht, das in Kolkata über eine Klinik eine Leihmutter beauftragt, „ihr“ genetisch eigenes Kind für sie auszutragen. Regie: Andreas Kleinert, Drehbuch: Florian Hanig und Andreas Kleinert.

 

Am Beispiel einer aktuellen Filmproduktion aus Deutschland gab der Vortrag einen Einblick in die Visualisierung der vielschichtigen Konflikte und Fragen, die sich aus der rasanten Weiterentwicklung der assistierten Reproduktionstechnologien seit den 1970er Jahren ergeben. Welche Perspektiven auf das Problemfeld ermöglicht dabei insbesondere der Fokus auf Mittelschichten und „middle-classness“? Wie werden die neuen ‚Randfiguren’ der biologischen Familie - Samenspender, Eizellenspenderin und Leih- bzw. Tragemutter - dargestellt und welche Rolle wird ihnen im Kontext sich wandelnder Konfigurationen von Familie zugewiesen? Welches ‚Wissen’ über assistierte Reproduktion, die Rahmenbedingungen des boomenden "Reproduktionstourismus" in Indien und insbesondere die soziale und emotionale Situation der Beteiligten können Filme vermitteln, die explizit als „fiktiv“ deklariert werden? Mit diesen Fragen setzte sich der Vortrag am Beispiel des im September 2014 erstmals im öffentlich-rechtlichen Fernsehen in Deutschland ausgestrahlten Spielfilms „Monsoon Baby“ (2013, Regie: Andreas Kleinert) auseinander.

 

VORTRAG

Visible Evidence 21, New Delhi, India

Vortrag von Max Arne Kramer, 11.-14. Dezember 2014
 

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Atrocity Images, Archive and Film Form in Sanjay Kak’s Jashn-e-Azadi
 

Victims, Villains or Agents?

The relative stability in the Valley of Kashmir after the early 2000s and the emergence of digital filmmaking around the same time furthered a wave of independent digital films that attempt to work through the history of the conflict. Ananya Kabir (2009) aptly calls the valley ’a territory of desire’ immersed in hyperbolic metaphors ranging from a tourist paradise to a terrorist hell.

In this essay I will introduce Sanjay Kak’s[1][2] Jashn-e-Azadi (2007), a film that not only deals with the history and memory of the conflict as an object of the film, but that articulates a historicity different from most other films on Kashmir be they from the Hindi-Film industry or the bulk of documentaries produced since the onset of independent digital filmmaking on the valley.

The scholar Mridu Rai recently said in her lecture ‘Language of Violence, Languages of Justice: The State and Insurgent Kashmir’[3], that Kashmiris can become visible either as victims or as perpetrators of violence. This is an observation that rings largely true for the corpus of documentary films I have been looking into. According to Brian Winston (2008) the victim has always been one of the ‚staple subjects’ of the griersonian realist documentary, and forms of the realist tradition are strong in India today[4]. It has been noted by Gyanendra Pandey (2000) that during times of what in India is called ‘communal violence’ a balanced account of the atrocities committed from ‚both sides’ is given, washing over the local context and dimensions of what has happened. In many documentary films on the Kashmir conflict (and other conflicts too) this parallel form is embedded in what Winston calls the ‘problem structure‘ of griersonian documentary. I will argue here, that Kak and the film’s editor Tarun Bhartiya challenge in the form of their film the wider distribution of atrocity images in South Asian visual culture by rearticulating them as a markedly Kashmiri historicity and temporality of the conflict questioning our notion of the Kashmir conflict ‘as a problem’ (between party A, B, C, etc. to be (un)solvable by experts, diplomats and state representatives).

These images of atrocities circulate on various platforms of visual activism – from the rather traditional traveling photo exhibitions and TV-newsreels to newer media-forms like You-Tube or multimedia-online archives of the conflict. Although I do not possess any precise data on their distribution and reception, these images surely connect to a certain frontal visual style I have observed in all of the above mentioned media and also in the more ‘dramatizing’ documentary films of my corpus. Many documentaries frame these images through a departmentalized view of Hindu and Muslim communities suffering together in equal measure under the signifier of an endangered secularism.

 

Style against Atrocities

Jashn-e-Azadi (2007) was the result of a long research beginning in 2003 with regular visits to the valley over the period of four years. Screenings of the film have become the scene of a number of violent public performances by the Hindu Right and intense debates – some calling the film ‘pro-Pakistani propaganda‘.

In a scene where the poet Zarif Ahmed Zarif is reciting one of his older poems (in fact pre 1989) atrocity images are breaking into the serenity of the recitation. It seems that the poet hides behind the flowers while darting his gazes and words back at the scenario of patrolling army men[5]. The bulk of the archival material used in this sequence comes from a person credited in Jashn-e-Azadi as the ‘unknown cameraman’. The material appeared, so the story goes, one day in front of Kak’s door after he contacted a number of journalists and friends who might know somebody who owns audio-visual material from the 1990s. It was cleaned and digitalized. There is a lot of material there, Kak told me, from both sides: most likely a small number of camera operators who shot for the army, for the militants, for both together and, sometimes, for themselves. Many hours of rather gruesome footage have been sighted by Kak and the films editor Tarun Bhartiya. Eventually only a few sequences made it into Jashn-e-Azadi. They pop up several times in the narrative as some kind of traumatic layer – marked by horizontal TV-lines. This marking has been done to give the spectator – as Bhartiya suggested – an idea of the absence of these minor images during the 1990ies. We may also get the feeling that we do not see the bodies in their iconic atrocity form. In fact, Bhartiya applied an editing strategy where he cut shortly before or after the climax of the actuality which – in the words of Bhartiya – “could also be frustrating for a viewer. Why are they not showing us the film? What we are showing in the present is equally [important] – it may not be that full of blood and war and all those kind of things – so, and if we show you the archive in its ‘full’, would that make our argument more plausible?

Now, how do these images and editing strategies add up to the film’s temporality? It is a long film, more than two hours full of ruptures evoking at once the difficulty of working through the traumatic memory of the conflict and the grip of a memory and a history of oppression that keeps it going.

In the words of Kak and Bhartiya, the film is “a narrative of feelings“ and “a compendium of Kashmiri resistance“: every fragment is meant to add up to the feeling of Azadi. The atrocity images, however, form an ambivalent traumatic layer. They are linked to the desire for Azadi but do not merge simply with this trajectory. As is clear from Bhartiya’s statement, there is a technique of defamiliarization at play to deal with both the affective and legitimizing power and the desensitizing danger of the atrocity image.
Sanjay Kak would repeatedly say before and after screenings that his films are “an argument“. While the film as an argument and the progressive understanding of history as ‘people’s struggle‘ suggest an immersion of the filmmaker’s subjectivity into the movement, I would argue instead that the form of the film rather evokes a self-reflexive[6] oscillation between inside and outside of the struggle analogous to the first person plural “we“ of the title: “This is how we celebrate freedom“.

 

Endnotes

[2] Sanjay Kak is a self-taught filmmaker who studied sociology and economics at the University of Delhi. He has recently become well known in the Indian Documentary community for three films that have entered the antagonistic spaces of social movements: Words on Water (2002) on the protest against the construction of the Narmada dams; Jashn-e-Azadi (2007) on the struggle for self-determination in Kashmir and Red Ant Dream (2013) on the struggle and culture of the tribal communist groups. Although born a Kashmiri Pandit, his political intervention into Kashmir ‘as a Kashmiri’ followed as a consequence of the aftermath of the 13 December 2001 attack on India’s parliament, where he became involved in the defense of one of the prime accused, the Delhi University teacher S.A.R. Geelani, both as a translator of a vital piece of evidence, and as a member of the defense committee set up to acquit Geelani.

[3] Ironically the police prevented the lecture to take place at its destined location in Srinagar: http://indianexpress.com/article/india/india-others/jk-police-stop-lecture-by-author-mridu-rai-in-srinagar/ (access 07.01.15)

[4] James Beverdige was working from 1953-58 in Bombay for the Burmah Shell Oil Company. (http://www.beevision.com/JAB/cv.shtml, access 01.01.15). He was working with the griersonian educational notion of social uplift through documentary film. Later he helped to set up the Jamia Millia Islamia University’s Mass Communications Research Centre, which became a center for politically dedicated filmmaking in India (Vohra 2011, Schneider 2013).

[5] There is a version of the poem without the atrocity images on You Tube: https://www.youtube.com/watch?v=_aglwJMifXE (access 07.01.14)

[6] As the filmmaker Surabhi Sharma once pointed out in a post-screening discussion of the film, the mulling voice-over of the commentator does not give us the impression of an immersion, but rather serves as a rational assessment of the feeling of azadi (self-determination).

References

Kabir, Ananya Jahanara. 2009. Territory of Desire: Representing the Valley of Kashmir.
Minneapolis: University of Minnesota Press.

Pandey, Gyanendra. 2000. “In Defense of the Fragment: writing about Hindu-Muslim riots in India
today“. In Guha, Ranajit: A Subaltern Studies Reader 1986-1995, 1–34. New Delhi: Oxford University Press.

Schneider, Nadja-Christina. 2013. “Being Young and a ‚Muslim Woman‘uin Post-liberalization India: Reflexive Documentary Films as Media Spaces for New Conversations“. Asien 126 (January): 85–103.

Vohra, Paromita. 2011. “Dotting the I: The Politics of Self-Less-Ness in Indian Documentary Practice“. South Asian Popular Culture 9 (1): 43–53. doi:10.1080/14746689.2011.553887.

Winston, Brian. 2008. Claiming the Real: Documentary: Grierson and Beyond. Revised edition. London : New York: British Film Institute India.


VORTRAG

Internationale Tagung „Komparative Ästhetik(en)“ der Gesellschaft für interkulturelle Germanistik (GiG) & dem Department of German, University of Mumbai.

Vortrag von Maria Rost, 15.- 21. Dezember 2014, Bombay.
 

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Inszenierung oder Zeugnis interkultureller Kompetenz? Indienbilder und Selbstwahrnehmung deutschsprachiger Reisender in Online-Reiseberichten

 

Medien beeinflussen heutzutage immer mehr unseren Alltag. Sie verbreiten Bilder, mentale wie materielle. Aber auch wer ein gutes Buch liest, versinkt in eine andere Welt. Ein gut gemachter Reisebericht kann Vorstellungen erweitern und einen Perspektivwechsel anregen. Die Frage, die ich mir stelle ist, welche Funktion Reiseberichte heutzutage haben. Nach wie vor produzieren und transferieren Reiseberichte Images, Repräsentationen und Konnotationen von Wahrnehmungen und Sehgewohnheiten. Mit ihren Darstellungen beeinflussen die Schreibenden also ganz klar das Bewusstsein ihrer Leser_innen. Genau das kann auch ein gut strukturierter und spannend gestalteter Weblog über das Reisen in Indien erreichen. Die Aufzeichnungen geben Einblicke in individuelle Erfahrungsverarbeitungen und beeinflussen somit das Bild der Destination Indien, eben auch durch ihr Veröffentlichungsmedium.

Online-Reiseberichte stellen uns vor die Aufgabe, interdisziplinär zu arbeiten und intermedial zu denken. Dabei besteht die Herausforderung darin, bisher eher getrennt betrachtet Medien von Text und Bild zusammenzubringen und unter gemeinsamen Schwerpunkten vergleichend oder ergänzend zu untersuchen. Die Geschichte der Reisefotografie und der Reiseliteratur über Indien weist erstaunlich viele Parallelen auf in Bezug auf Entwicklungen von Funktion, Bild und Perspektive.

Wenn wir uns nun aktuellen Online-Reiseberichten zuwenden lässt sich zunächst erst einmal festhalten, dass Reiseberichte über Indien nach wie vor präsent sind und sich eines breiten Lesepublikums erfreuen. Reiseliteratur ist also nicht auf dem absteigenden Ast, wie es Anfang der 1990er Jahre oft geheißen hat. Durch Reiseliteraturverlage mit dem Konzept des 'print on demand' und die Möglichkeit der selbstverlegerischen Veröffentlichung können Reisende unkompliziert ihre Reiseerfahrungen veröffentlichen. Und durch die Expansion des Mediensystems findet Reiseliteratur eine weite Verbreitung. Meine Untersuchungen führen zu der grundsätzlichen Annahme, dass Reiseberichte über Indien keinem Funktionsverlust unterliegen, sondern einen Funktionswandel vollziehen. So dienen Online-Reiseberichte gegenwärtig eher als Orientierungshilfe und Informationsquelle für zukünftige eigene Reisen. Daher ist es wichtig, nicht nur das Schöne zu beschreiben, sondern auch das Unwegsame: Die Mischung aus Fakten und Genuss- und Erlebnis-Aspekten macht einen informativen Weblog aus. Denn fern vom alltäglich Gewohnten entstehen neue Imaginationen und somit neue ästhetische Topographien des Reisens. Die geposteten Bilder haben dabei eine unterstützende Funktion: Sie sollen in Reisestimmung versetzen und können in ihrer ästhetischen Funktion den interkulturellen Dialog anregen.

In einem Untersuchungsprozess geht es daher weniger darum, das 'Andere' als eine zentrale Kategorie herauszuarbeiten. Vielmehr beobachte ich, dass die Darstellung des 'Exotischen' in den Online-Reiseberichten über Indien keine tragende Rolle mehr spielt. Der Topos vom 'Eigenen' und 'Fremden' wird gegenwärtig durch eine veränderte Schwerpunktsetzung verdrängt. Dabei nimmt die Visualisierung interkultureller Aspekte durch rasante technische Entwicklungen genauso wie durch physische und mediale Mobilität zu. Neben sprachlichen und mentalen Bildern ist Fotografie ein Medium das dazu beiträgt, Konzepte von Ästhetik neu zu bewerten.

Um das Bedeutungspotential von Literatur zur Illustration von Interkulturalität produktiv erschließen zu können ist es daher notwendig, neue Medien in den Untersuchungsprozess zu integrieren und transmedial zu denken. Alle aufgeführten Punkte verdeutlichen, dass internetbasierte Reiseberichte ein zentraler Bereich des internationalen und interkulturellen Dialog sind, so auch zwischen Indien und Deutschland.

 

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VORTRAG

7. DGA-Nachwuchstagung „Umbruch und Entwicklung in Asien“

Vortrag von Nina Khan, 18. Januar 2015, Burg Rothenfels

 

 

Neue Geber, neue Diskurse? Entwicklungsdiskurse im Rahmen von Süd-Süd-Kooperationen am Beispiel Indien

 

Abstract:

 

Das „neue“ Geberland Indien

Im Mittelpunkt meines Projekts steht der Neue Geber Indien, ein Land, das lange Zeit zu den größten Empfängern von „Entwicklungshilfe“ weltweit zählte[i]. Seit einigen Jahren tritt Indien nun vermehrt als Geberland in der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) auf und hat den Erhalt von Entwicklungsgeldern drastisch reduziert. Obwohl als Neuer Geber gehandelt, reichen Indiens Geberaktivitäten bereits bis in die 1950er Jahre zurück. Zunächst im Rahmen ökonomischer und militärischer Hilfe auf Nachbarländer gerichtet, weiteten sich diese ab den 1960er Jahren auf afrikanische Länder aus. Dennoch verschob sich erst mit dem 2003 eingeleiteten Wendepunkt in der staatlichen indischen EZ[ii] der Fokus von Indiens Nehmer- auf seinen Geberstatus, von Armut innerhalb Indiens auf seine Rolle als aufstrebende Wirtschaft (Kragelund 2010). „To brand India anew“ (Kragelund 2010, 3) war ein Ziel dieses Wandels, der im Kontext der wirtschaftlichen Liberalisierung Indiens in den 1990er Jahren und seiner wachsenden politischen Bedeutung auf internationaler Ebene zu sehen ist (Jobelius 2007; Hoepf Young 2008)[iii].

 

Die Neuen Geber

Indiens Erstarken als Geberland ist eingebettet in den größeren Kontext des Wandels in der globalen Entwicklungshilfearchitektur, der durch das vermehrte Engagement der sogenannten Neuen Geber (u.a. China, Brasilien, Südafrika und Venezuela) im Rahmen von Süd-Süd-Kooperationen gekennzeichnet ist. Bei den unter diesem Begriff subsumierten, höchst diversen Gebern handelt es sich um Länder, die teilweise selbst (ehemalige) Empfänger sowie ehemals kolonisiert sind und sich nicht den Normen und Standards des „westlich“[iv] dominierten OECD-Entwicklungshilfeausschusses DAC (Development Assistance Committee)[v] verpflichtet haben. Die oftmals generalisierenden Charakterisierungen der Neuen Geber nennen die ausdrückliche Verknüpfung ihrer EZ mit wirtschaftlichen Eigeninteressen, die Ausrichtung auf sogenannte win-win-Ergebnisse, die Fokussierung auf Infrastrukturprojekte  und die Abwesenheit politischer Konditionalität (Klingebiel 2013, 23). Während die Nehmerländer dies oftmals begrüßen, stellt dies eine Hauptangriffsfläche für Kritik dar und wird als in Opposition zu den DAC-Normen und Standards stehend gesehen.

 

Das Erstarken der Neuen Geber ist nicht nur im Hinblick auf zukünftige steigende Entwicklungsetats, sondern insbesondere in Bezug auf einen „Neuentwurf“ der EZ insgesamt relevant, welcher neben der Praxis auch die normative Ausrichtung betrifft. Diese normative Dimension ist das zentrale Thema meiner Dissertation, in der ich den staatlichen indischen Entwicklungsdiskurs untersuchen möchte.

 

Wenngleich kein mit dem DAC vergleichbares Gremium der Neuen Geber zur Standardisierung und Förderung der Wirksamkeit von EZ existiert[vi], so lassen sich laut Mawdsely (2011) grundlegende Gemeinsamkeiten in ihrer normativen Ausrichtung feststellen. Hierzu zählen die Beteuerung einer geteilten Erfahrung kolonialer Ausbeutung, postkolonialer Ungleichheit und der daraus entstandenen Identität als „Entwicklungsland“, eine spezifische Expertise in angemessenen Entwicklungsansätzen, die Ablehnung hierarchischer Geber-Nehmer-Beziehungen und Betonung von Respekt, Souveränität und Nicht-Einmischung sowie das Bestehen auf gegenseitigen Nutzen (Mawdsley 2011, 256, 263).

 

Die Neuen Geber stellen also nicht nur etablierte Arbeitsweisen der traditionellen Geber infrage sondern fordern ihre Dominanz auch durch eine offen kommunizierte Abweichung vom dominanten westlichen Entwicklungsdiskurs als Ganzem heraus.

 

Entwicklungsdiskurse und Machthierarchien in der EZ

Bevor ich nun exemplarisch auf die Entwicklungsdiskurse des Neuen Gebers Indien zu sprechen komme, möchte ich kurz auf die Grundannahmen meiner Arbeite eingehen. Ich gehe davon aus, dass die traditionellen Nord-Süd-Beziehungen der EZ von überwiegend asymmetrischen, rassifizierten Machtbeziehungen gekennzeichnet sind, die durch Entwicklungsdiskurse gestützt werden und wiederum ihren Ausdruck darin finden. Entwicklungsdiskurse spielen also in der Konstitution der Praxis der EZ eine entscheidende Rolle – sie besitzen jenseits einer rein linguistischen auch eine operative Dimension. Diskurse können Machthierarchien stützen, aber diskursive Verschiebungen können auch die soziale Praxis verändern.

 

Der „westliche“ Entwicklungsdiskurs gründet – trotz Veränderungen im Laufe der Geschichte der EZ – auf der Denkstruktur des Kolonialdiskurses, auf der „Zweiteilung der Welt in einen fortgeschrittenen, überlegenen Teil und einen zurückgebliebenen, minderwertigen Teil. Das Eigene dient als Norm, anhand derer die Minderwertigkeit des Fremden objektiv nachgewiesen wird.“ (Ziai 2004). Forschungen zur Nord-Süd-EZ haben zudem die stereotype und rassifizierte Darstellung von Zielgruppen aufgezeigt (u.a. Goudge 2003; Eriksson Baaz 2005), die sich aus dem Entwicklungsdiskurs speist. Dies verstehe ich als diskursive Wissensproduktion über Entwicklung, welche die Geber in eine Machtposition versetzt, indem sie autoritative Sprecherpositionen einnehmen.

 

In Bezug auf Indien, das ehemals kolonisiert sowie lange Zeit ein bedeutendes Empfängerland war, stellt sich die Frage, wie es als Geber Entwicklung definiert und inwiefern damit zusammenhängende Hierarchien fortbestehen, aufgeweicht werden oder abwesend sind. Weiterführend und vor dem Hintergrund des Zusammenhangs von Diskursen und sozialer Praxis, stellt sich dann die Frage nach der Bedeutung einer Pluralisierung von Entwicklungsdiskursen für die Machtbeziehungen in der EZ.

 

Entwicklungsdiskurse des Neuen Gebers Indien

Während das Empfängerland Indien dementsprechend als unterentwickelt und rückständig konstruiert wird, ist seine Gebermentalität geprägt von ebendiesen Erfahrungen als Nehmer und ehemalige Kolonie. Vor dem Hintergrund dieser historischen Verortung kann es nicht die westliche Entwicklungsrhetorik zur Legitimation gebrauchen (Six 2009, 1109). Die bereits genannten, stark verallgemeinerten Merkmale der Süd-Süd-EZ, lassen sich in der von Indien geführte Kommunikation über Entwicklung wiederfinden. Auch Indien bettet seine EZ in eine starke Rhetorik des Respekts für die Souveränität anderer Regierungen (Woods 2008, 13) und vermeidet bewusst die hierarchische, neo-imperialistischen Mentalität westlicher Geber (Mawdsley 2011). Hauptmerkmale indischer Entwicklungsaktivitäten sind Nicht-Einmischung, gegenseitiger Respekt für Souveränität, gegenseitiger Nutzen und Gleichheit (Katti, Chahoud, and Kaushik 2009). Diese Prinzipien der indischen Außen- und Entwicklungspolitik sind geprägt von den 1955 auf der Bandung-Konferenz formulierten Grundsätze der Blockfreien Staaten und geben dem Entwicklungsdiskurs damit eine historische Dimension. Diese fehlt den Post-Development-Vertreter_innen zufolge dem dominanten, westlich geprägten Entwicklungsdiskurs (Six 2009, 1107).

 

Drei Beispiele geben einen Einblick in die staatliche indische Entwicklungsrhetorik:

 

In der Rubrik „Development Partnerships“ der Zeitschrift India Perspectives des Indischen Außenministeriums wurde in einem Artikel anlässlich des zweiten Africa-India Summit 2011 gegenseitiger Nutzen und Reziprozität als Bestandteil indischer EZ in Afrika offen benannt. Im Gegenzug zu den von Indien angekündigten capacity-building Initiativen auf dem afrikanischen Kontinent im Wert von US$ 5,7 Milliarden versicherte die Afrikanische Union die Unterstützung Indiens in seiner UN Politik:

 

“The African Union reciprocated by telling India that it can 'count on its support' for the UN reforms. It also declared support for New Delhi's claim for a permanent seat in the UN Security Council." (Chand 2011, 18)

 

Mawdsley verdeutlicht die Implikationen dieser kommunizierten Reziprozität aus dem  Blickwinkel der gift theory[vii] in Anlehnung an Marcel Mauss (2000). Indem Indien den eigenen Nutzen seiner EZ offen benennt betont es die Fähigkeit des Empfängers zur Reziprozität und erhöht somit dessen Status. So entsteht eine gleichberechtigte soziale Beziehung im Gegensatz zur Minderwertigkeit, die die (vermeintlich) nicht vergoltene westliche Hilfe auf Dauer erzeugt (Mawdsley 2011, 264).

 

Weiterhin grenzt sich Indien explizit von der traditionellen Nord-Süd-EZ ab:

 

"We do not like to call ourselves a donor. We call it development partnership because it is in the framework of sharing development experiences. It follows a model different from that followed in the conventional North-South economic cooperation patterns (…)." (Syed Akbaruddin, Joint Secretary des MEA anlässlich der Gründung der Development Partnership Administration 2012)

 

Doch nicht erst mit der Gründung der DPA im Jahr 2012 und im Zusammenhang mit dem Erstarken des Gebers Indien ist eine von Partnerschaft und gegenseitigen Nutzen geprägte Rhetorik zu verzeichnen. Bereits bei der Gründung des ITEC-Programms im Jahr 1964 lassen sich diese Themen in einem Statement des Indischen Kabinetts wiederfinden:

 

"(…) a programme of technical and economic cooperation is essential for the development of our relations with other developing countries on the basis of partnership and mutual benefit." (Ministry of External Affairs 2014)

 

Fazit

Indiens Empfänger werden (zumindest rhetorisch) als Entwicklungspartner behandelt, die auf der Basis gleichberechtigter Partnerschaft und gegenseitigen Nutzens solidarisch unterstützt werden. Ungeachtet der Machtbeziehungen in der Praxis der indischen Süd-Süd-EZ lässt sich daran ein vom dominanten westlichen abweichender Entwicklungsdiskurs erkennen.

 

Ausgehend von der Annahme, dass die konstatierten Machthierarchien in der traditionellen Nord-Süd-EZ in entscheidendem Maße von Entwicklungsdiskursen getragen werden und diese perpetuieren, birgt ein egalitär ausgerichteter Diskurs die Chance, diese Hierarchien zu verändern.

 

Umso relevanter ist die Untersuchung der normativen Dimension indischer EZ, die den bisherigen Fokus auf politische und ökonomische Aspekte erweitert. Es bleibt zudem zu untersuchen, inwiefern sich ein gleichberechtigter Entwicklungsdiskurs auch in der Praxis indischer EZ niederschlägt. 

 

Endnoten:

[i] Ende der 1960er Jahre erhielt Indien ca. US$ 5,5 Mrd. Entwicklungshilfe jährlich (Kragelund 2011, 590).

[ii] Der damalige Finanzminister Singh beschränkte den Erhalt bilateraler Hilfe auf fünf Staaten, kündigte vermehrte Unterstützung für sogenannte „Entwicklungsländer“, Schuldenerlass sowie die gesamte Rückzahlung der eigenen Schulden an.

[iii] Der forcierte Imagewandel vom krisengeschüttelten „Entwicklungsland“ hin zur ökonomisch und politisch aufstrebenden Macht wurde mit der 2004 ins Leben gerufenen „Brand India“-Kampagne weiterverfolgt (Schneider 2011).

[iv] Die Verwendung bestimmter Begrifflichkeiten, wie z.B. Nord/Süd, westlich/nicht-westlich, Neue und Traditionelle Geber weist einige Fallstricke auf, die jedoch aufgrund des begrenzten Umfangs dieses Vortrags nicht ausführlich erörtert werden können. Es sei an dieser Stelle nur auf den binären Konstruktionscharakter dieser Terminologie und die damit verbundenen Wertungen sowie das Problem der Verallgemeinerung verwiesen. Dennoch kann ich dem Gebrauch essentialisierender Begrifflichkeiten vorerst nicht entkommen, da genau diese Grundlage und Ausdruck bestehender und zu kritisierender Machthierarchien sind. „The available language is imperfect but, (...), it is reflective of existing power imbalances on a global scale, in both the discursive and material realms.“ (Goudge 2003, 46 Fn 2).

[v] Das DAC hat derzeit 29 Mitglieder und wird von europäischen Staaten sowie den USA dominiert. Ausnahmen bilden Japan (seit 1961 Mitglied) und Korea (seit 2010 Mitglied). http://www.oecd.org/dac/dacmembers.htm (Zugriff am 03.11.2014).

[vi] Zwar definierte die Gruppe der G77 im Yamoussoukro Consensus von 2008 grundlegende Prinzipien der Süd-Süd-Kooperation (Gleichheit, Solidarität, gegenseitige Entwicklung und Ergänzung), doch gehen damit anders als beim DAC nicht gemeinsamen Standards für Monitoring und Evaluierung einher (Morazán and Müller 2014, 15, 26; http://www.g77.org/ifcc12/Yamoussoukro_Consensus.pdf (Zugriff am 01.07.2013)).

[vii] Die gift theory wurde bereits mehrfach in der Untersuchung der Nord-Süd-EZ angewandt, u.a. im Hinblick auf Machtbeziehungen  (Mawdsley 2011, 256; Mawdsley and McCann 2011, 169).

 

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ESSAY

The Dilemma of Victimisation in Heteronormativity. Thoughts on Studies of Gender and Media in India

Mette Gabler

 

Change/Media/Gender

Changes in Indian society post-liberalisation are signified by economic growth and thriving consumer cultures among financially-abled parts of the population. The onset of satellite TV and the increase of international investments have resulted in a complex expansion of media systems and thereby, an explosion of medialised messages and imageries. Increasingly visible are, for example, the growing number of private TV channels and the expansion of the commercial advertising industry and its campaigns, which despite the foreign presence, has since seen manifold examples of regionalisation in various parts of the media systems, e.g. the press and commercial advertising (Schneider, 2013, p. 2-3).

In these processes of a changing society, the dynamics of transformation contain opposing viewpoints, whose representatives debate the benefits or dangers of change. Promoters of change and opposing voices are intertwined through diverse faceted perspectives. Amongst the elements that feed this tug of war is gender. Particularly, the significance of media systems and content in regards to changing gender patterns, e.g. stereotypes, roles and expectations, are being discussed among academic studies, activists and institutions alike. Questions of representation are therefore central to the debate on perceived transformations of society. The questions of this essay are: in what way is gender representation debated, and what are the patterns of these debates? The following will show, that debates on representation are very one-sided and reproduce power relations that are situated in a binary understanding of gender and embedded in a heteronormative matrix. The present discourses highlight female representation and thereby limit the understanding of gender dynamics all in all.

 

Debates on Representations in Indian Media

According to sociologist Maitrayee Chaudhuri (2014), the context and historical development in India, i.e. new economic policies, the dynamics of the women’s movement and the prominence and outreach of media-cultures, have resulted in a hyper-visibility of gender in popular culture in particular (Chaudhuri, p. 145). In addition, news media have since the Nirbhaya case[1] increasingly covered sexualised violence and harassment as well as debated women’s safety and men’s involvement, exemplifying how debates on sexism and gender are increasingly present in mainstream media-cultures in the aftermath of this incident. At the same time, development initiatives, state-led as well as non-governmental, promote the incorporation of gender-mainstreaming in projects, focussing heavily on women’s empowerment, as well as addressing gender based violence and other issues concerning sexist practices, e.g. female foeticide or differing expectations according to sex. In many examples, social marketing campaigns are utilised to spread the messages. Thereby, the existing messages and imageries are a complex blend of commercial and social dynamics.

In academia, the representation of gender in media[2], e.g. in film, TV serials[3], print media and commercial advertising[4], has long been a popular field of study, particularly within the social sciences. These studies add to the existing imageries and debates on gender. Especially in connection with commercial advertising, Chaudhuri (2001) states in her study on gender representation in print advertising that “within modern advertising, gender is probably the social resource that is used most” (Chaudhuri, 2001, p. 375), arguing the prominent role gender plays among strategies of communicating with audiences.

The results of discussions of representation in popular culture, news media, academia etc. illustrate the various channels that debate the myriad of existing imageries. These studies and debates highlight the conviction in media’s influence and outline the importance regarding media content in particular as a salient part of socialisation processes.

 

The Women Centred Focus

A major point brought to light in the extensive material is that concerns around gender are heavily dominated by so-called women’s issues and the representation of women. Anthropologist Maila Stivens states that to activists in Asia in general ‘gender’ often reads as ‘woman’ (Stivens, 2006, p. 5). Papers discussing development communication in India support this claim by discussing how there is a need for protecting as well as actions towards empowering women (Vilanilam, 2009, p. 17; Sharma & Sharma, 2007). Although gender equality is the common term used in development initiatives, women are the focal point. Attempts of many initiatives to rectify inequalities focus on the multitude of atrocities committed against women and the discriminatory practises women face due to their sex (Uberoi, 1996, pp. xi–xii). This however results in an unbalanced mode of dealing with gender, victimisation of women, and not considering the complexities of gendered systems. A question to be asked is for example: How can a woman be empowered if her power is not recognised? Although the importance of the women’s movement in India can not be understated and a number of publications discuss this part of India’s history in the connection with particular media strategies use and visual media, i.e. social marketing[5], the focus in these also lies on particular women’s demand for equality and release from un-freedoms. However, in the greater scheme of gender equality the entire gendered system needs to be addressed.

That gender is often equated with women, also holds true for many academic studies, as illustrated by the publication by Dasgupta (2011) entitled “Media, Gender, and Popular Culture in India: Tracking Change and Continuity”. Despite intending to “critique the role of the media and its representation of popular culture and the position of Indian men and women in urban, suburban, and rural India” (Dasgupta, 2011, p. 4), debates on female representation predominate and male representation, apart from short examples of masculine representation, seems to function as a signifier of the gender gap.

Voices critical of the portrayal of gender imageries illustrate this point. The concerns regarding depictions of stereotypical gender roles in media and the discussion on representations that “celebrate the existing social order” (Chaudhuri, 2001, p. 375) i.e. depicting role models of normative behaviour and identities, especially focus on women’ representation as housewives and/or care-takers. Commercial advertising in particular is noted to reinforce traditional power relations and patriarchal structures (Rao, 2001). Again substituting ‘gender’ with ‘women’. Within this context of commercial imageries being harmful to society, the depiction of women’s sexuality, nudity and bodies is common topic, once more turning the focus towards female representation. Feminists argue that this discussion exemplifies the constructions of femininity as a way of enforcing control over women’s lives (Munshi, 2001, p. 7).

These investigations surely are an important part of discourses on gender, and shed light on the ways stereotypes of women can be harmful as well as exemplifying patriarchal structures that subjugate the female part of a population. However, gendered dynamics are over-simplified by only focussing on this side of gender representation. Medialised messages can also be argued to challenge existing norms (Chaudhuri, 2001; Gabler, 2010). An investigation of female “avatars of homemaker” in commercial advertising in Indian print and television media by Shoma Munshi (1998) illustrates that “women’s spaces of resistance can be and are created by producers of media messages, even if that may not be their first intended aim” (Munshi, 1998, p. 574). This illustrates the complexity of debates circling women’s representation and is exemplified by various campaigns, be they with a social objective, a commercial goal, or potential overlaps. Campaigns might sell products, promote ideas of women’s empowerment or address public health considerations, but a single campaign can also be seen to sell a product through social causes or in connection with social messages, as for example the myriad campaigns utilising the international women’s day as a sales pitch for women centred products. Some commercial ads even seem to challenge existing social structures i.e. utilise society’s transformation for the purpose of product sales (Hero Honda’s slogan “why should boys have all the fun” plays on differing expectations of mobility according to sex). Similarly, social campaigns might utilise style and strategies of commercial marketing in order to promote social causes, e.g. “the ring the bell” campaign initiated by ‘breakthrough’ promoting individual intervention when suspecting domestic violence. Hence, media and gender are interlinked in various ways and open up perspectives of re-producing existing gender roles through images of the housewife and caretaker, who inherently is a woman, as well as offering potential to encourage gender equality.

Investigations on masculinities and male representation exist,[6] but are limited and their role in terms of participating in the quest for gender equality seems marginal. Instead of questioning masculinities in regard to sexualised violence, men’s role is often limited to that of a protector of women, in the end reproducing ideas of women as victims and in need of protection from evil-doers. This is exemplified by the Gillette razor campaign “Soldiers wanted […] to support the most important battle of the nation. To stand up for women. Because when you respect women… You respect your nation. Support the movement. Gillette salutes the soldier in you”. Apart from victimising the female population, this rhetoric also fastens the binary understanding of gender and its heteronormativity. Attempts to breach this trend are debates and studies in India that deal with Queer realities and representation in media.[7] According to Uberoi, focusing on masculinities “in the context of the Western ‘gay’ movement’s challenge to conventional masculine role expectations” (Uberoi, 1996, p. xiii) has been the exception rather than the rule.

 

Beyond the Binary Heteronormativity

As shown, the logic of most studies follows ideas based upon the binary-system of gender, that follows heteronormative patterns of understanding. Within this system trans-realities and individuals born intersexual are overlooked and their realities treated as abnormalities. However, with as many as “up to one in every five hundred babies […] born ‘intersex’ with chromosomes at odds with their anatomy” (Philips, 2001, p. 31 cited in Jolly, 2002, p. 10), the prevalence of people belonging and identifying with these communities can in no way be downplayed.

Additionally, the women centred focus limits the discourse, effectively ignoring gender dynamics, power relations and the practises that lead to discriminatory patterns. If sections of society are oppressed, subjugated, marginalised and discriminated against, then what makes this possible and in what ways are these patterns put into action and by whom? The oppression of the female sex does not exist on its own, it is a part of a gendered system, and is based on an understanding of how the world works through these gendered patterns and constructions. Discourses on gender cannot be limited to debates on femininity and women’s position in society as they are inextricably linked to notions of masculinity, the construction of binary sex-categories, and power relations within the gendered systems.

Gender is a complex category, but routinely simplified, especially in connection with advertising and other media representations. Debates concerning these representations reproduce the simplified present notions. I therefore argue for a more inclusive and fluid use and understanding of gender.

 

Notes:

[1]     The Nirbhaya case describes the incidence of the gang rape of a 23 year old woman in Delhi in December 2012 that sparked demonstrations across India.

[2]     Anthologies and other studies investigating the connections between gender and media include Bhavani & Vijayasree (2010), Chaudhuri (2014), Dasgupta (2011), Patowary (2014), Sardana (1984), and Yakkaldevi (2014).

[3]  Studies on gender representation in TV-shows and film in India include Bachmann (2001), Cullity & Younger (2004), Fazal (2008), Ghosh (2001 + 2010), Khan (2011), Mankekar (1993), Munshi (2009), Muraleedharan (2001), Patel (2001), and Vasudevan (2000).

[4]     Gender representations in commercial advertising in India are discussed by Chaudhuri (2001), Dutta (2013), Haynes (2012), Munshi (1998), Nigam & Jha (2007), Rajagopal (1999), Schaffter (2006), Sengupta (2014), Vanita (2001), and Wandrekar (2010).

[5]     Examples include Kumar (1997), Murthy & Dasgupta (2011) and another Publication by Zubaan (2006).

[6]     Haynes (2012) for example in his investigation of advertisements for sex tonics in western India from 1900–1945 discusses masculinity in regards to ideas of modernity at the time (Haynes, 2012).

[7]     Some studies engage with lesbian relations e.g. Bachmann (2001) and Patel (2001), while others focus on male homosexual relations (Muraleedharan, 2001).

 

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VORTRAG

DWIH Horizon. Art Meets Science

Keynote address by Jamila Adeli, Oct 27th 2014, Indira Gandhi National Centre for the Arts, New Delhi
 

Jamila Odeli at the Indira Gandhi National Centre for Arts, New Delhi


Framing Reality:

What Science can learn from art and vice versa

Abstract

To most of us, art and science are polar opposites. Whereas art is seen as purely subjective practice, science is expected to free itself from subjectivity in order to come as close to objectivity as possible. At a closer look, however, we shall discover that both forms are particular ways to frame reality, find answers and create authentic documents. Thus, artistic and scientific practices have much more in common as it might initially appear.

May research be artistic? How theory driven and rational may an artifact be? Those questions constitute a field of tension between art and science that has developed into a promising interdisciplinary discourse and exhibition practice.

 

1 2014 starlings 00011 from Dennis Hlynsky on Vimeo.

 

What did we just see? What did the camera frame? Is it art? Is it science? Was reality altered? Or just made visible? Art and Science have met successfully in their histories - often in the very same person - but their encounter was often a volatile one. Up until today, and despite very successful rendezvous, both disciplines are still considered as polar opposites:

Art, and here most people refer to fine art, is ever so often perceived as subjective, fictional, speculative and emotional. It is appreciated for its aesthetic challenges, and has the ability to reflect what is going on in society or nature.

Science, on the other hand, and here most people refer to natural sciences, is regarded as objective, rational, empirical and data-driven. It is appreciated for its ability to create exact knowledge that enhances society and nature.

With science, we mostly get a text, an equation, a diagram, a diagnosis or a theory that contains the problems of the world in a systematic order. If we are lucky, there is an accompanying a solution for them. Most certainly, there will be more questions raised than answered.

Concerning art, well, we can get anything from a painted smile of an unknown woman called Mona Lisa, a white canvas that carries a white square (Vladimir Malevich), a sliced sheep that is immersed in formaldehyde (Damian Hirst), a figurative painting that is created out of cassette tape (Gregor Hildebrandt) to a gigantic sun that stunningly glows inside a museum (Olafur Eliasson). That, too, leaves a lot of people also with a considerable amount of questions.

So yes, there are a lot of differences between art and science. These differences occur primarily in the modes and cultures of knowledge representation. When we look beyond the outcome of both practices, however, we can see a commonality that entangles them since earliest history: their aspiration to frame reality, that is, to visualize and reflect upon it. To chose a perspective on a matter that detects and examines those little cracks, in-between spaces and blind spots that occur inside our systems. Understanding the reality around us first and foremost means to ask questions. Art and science both ask the same questions: "What is true?”, "How does it work?",  “Why does it matter?”, “How can we move society forward?”. The driving force behind them is the aim to produce knowledge. Art and science are both very curious about the human being and its natural and technological environments, and they share similar practices to produce knowledge: observing, collecting, examining, archiving, categorizing, speculating, abstracting, modeling.

            Both are very different formats of providing answers to the questions raised. But how artistic may science be in giving theses answers? And how scientific can art be if at all? Such questions are being raised more and more frequently. To me, the joint ventures of art and science result in something that ecologists call an edge-effect: a border between two ecosystems where new life flourish. The reciprocal relationships become not only more and more acceptable but are increasingly institutionalized, forming a field of tension that is turning into a promising discourse. Let us now have a closer look at theses encounters of art and science.

Doing science, to a large extent, means to present the results of research to others – to other scientists but also to the general public. We do this mainly by writing text, in a specific scientific style, a jargon that is known as procedural, emotionless, objective. Every discipline, every school of thought has a specific culture of representation. Science is no longer considered as the ultimate objective and universal truth. Previously marginalized perspectives like feminism or post colonialism have now fully asserted themselves with the scientific communities. So as a result, the various cultures of representation have restrained from the myth of value free and objectifying text production and have become permeable for subjectivity and creativity in conveying the latest research findings.

Especially the humanities and social sciences demonstrate since the late 1990s that "there is no way of seeing, hearing, or representing the world of others that is absolutely, universally valid or correct" (John Eastin Van Maanen). So any effort to inscribe social reality invariably involves inscribing our own values. A scientific texts then embodies the subjectivity of the writer as he/she is the one who has chosen what, when, why and how to research a phenomenon.

The following example - which actually dates back more than a hundred years - demonstrates how creativity can become a byproduct of science and how science benefits of its poetic and subjective representation.

Jean Henri Fabre was a nineteenth century French entomologist (somebody who studies insects) and an author who was almost awarded with the Nobel Prize for Literature in 1912. Fabre has inspired perhaps more modern writers or naturalists than any other chronicler of the natural world. He was the first to realize the importance of a scientific study of animal behavior, and the first to apply the experimental method to the investigation of the animal mind.

His legacy - despite his scientific findings - is the ability and courage to use an engaging and colloquial style of language to express his deep devotedness to nature and to gain not merely scientists but also the interested common man as readers. So how does creative or artistic science sound?

The Melecta does what she can with the gifts at her disposal. I should leave it at that, if I had not to take into consideration a grave charge brought against her. She is accused of having lost, for want of use and through laziness, the workman's tools with which, so we are told, she was originally endowed. Finding it to her advantage to do nothing, bringing up her family free of expense, to the detriment of others, she is alleged to have gradually inspired her race with an abhorrence for work. The harvesting-tools, less and less often employedss turned the honest worker of the outset into a parasite. This brings us to a very simple and seductive theory of parasitism, worthy to be discussed with all respect. Let us set it forth.

(http://www.e-fabre.com/en/virtual_library/mason-bees/chap09.htm, accessed on 27 Oct 2014)

 

What you have just heard was an excerpt of his most famous work "Souvenirs Entomologiques" which appeared in 1879 and immediately and not surprisingly became a bestseller. On more than 4000 pages, Fabre combines original science with vivid and poetic art of writing. The text is not merely a fascinating and groundbreaking study of the behavior of insects but also an insight into Fabre's personality and his passion for science.

In the present, we are witnessing that a large variety of images gain more and more relevance when doing research. We nowadays write not only about images, but also even with them. Consider, for example, ethnographers and anthropologists who created first hand visual material in order to investigate social or cultural change. It is with and through images that they illustrate, complement or transcend the written text.

Visualization is a key topic not only in social sciences but also in natural sciences. And art becomes a very helpful tool to do and represent its findings in order to make its complexity understandable.

The US American Rhode Island School of Art and Design is the world’s leading institution that is avant-garde in centering art and design in research projects. The university employs and supports professors and educates students whose artworks and lectures are inspired by the inherent patterns and logics of nature. They claim that this is not a one-way path but also works the other way: their artworks influence and inspire scientists to see their research objects and trajectories with new eyes.