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Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

Dr. Daniel Bultmann

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Name
Dr. Daniel Bultmann
Status
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
E-Mail
daniel.bultmann (at) hu-berlin.de

Büro:                              Invalidenstraße 118, Raum 115

Telefon:                                 (+49) 030/2093-66020

 

Sprechstunde:                 Mittwoch, 12 - 13 Uhr

                                      (Terminvereinbarung per E-Mail)

 

English version

 

 

 

Lebenslauf


  • Studium der Soziologie und Philosophie an der Karls-Universität, Prag (2006-2007) sowie der Albert-Ludwigs-Universität, Freiburg (2003-2009). Magisterarbeit in Soziologie über den kambodschanischen Völkermord.
  • Volontär am Center for Social Development (CSD) in Phnom Penh, Kambodscha (2008). Veranstaltung öffentlicher Foren zur Aufarbeitung des Völkermordes und Information der Bevölkerung über das laufende Tribunal Extraordinary Chambers in the Courts of Cambodia (ECCC) in den Provinzen Kampong Cham und Takeo. Lehre statistischer Methoden am CSD. Der Aufenthalt wurde über den Zivilen Friedensdienst des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED; heute: GIZ) organisiert.
  • (2008) Recherchen zum kambodschanischen Völkermord am Documentation Center of Cambodia (DC-Cam) sowie den Nationalarchiven in Phnom Penh.
  • (2010-2013) Promotion in Soziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin über Macht- und Disziplinarstrukturen bewaffneter Gruppen (Rote Khmer, FUNCINPEC und KPNLF) im kambodschanischen Bürgerkrieg.
  • (2013-2014) PostDoc-Stipendiant, Humboldt Graduate School.
  • (2014) Fortbildung zur Evaluationsfachkraft in der Entwicklungszusammenarbeit (FEEZ).
  • (2014 bis 2017) DFG-Forschungsprojekt „Übergangsstrategien in der Demobilisierung bewaffneter Gruppen“.
  • (seit April 2017) Mitarbeiter im DFG- Projekt „Folter und Körperwissen“, Projektleitung: Prof. Dr. Katharina Inhetveen, Universität Siegen.
  • Mitgliedschaften: Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS), Association for Asian Studies (AAS), Deutsche Gesellschaft für Asienkunde (DGA), Gesellschaft für Evaluation (DeGEval), International Association of Genocide Scholars (IAGS)

 

Forschungsinteressen


  • Soziologische Theorie, Politische Soziologie
  • Sozialstrukturen und Ungleichheit
  • Soziologie bewaffneter Gruppen und des Militärs
  • Theorien kollektiver Gewalt
  • Körpersoziologie
  • Nachkriegsgesellschaften und Aufarbeitung
  • Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration (EDR)
  • Regionaler Schwerpunkt Südostasien: Kambodscha

 

 

DFG-Projekt: Übergangsstrategien in der Demobilisierung bewaffneter Gruppen (abgeschlossen)


Das Ziel des Forschungsprojektes ist es, die Übergangsstrategien von Soldaten und Kommandeuren während des Prozesses der Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration (EDR) nicht-staatlicher bewaffneter Gruppen zu analysieren. Es geht um die Frage, welche Strategien Kombattanten anwenden, um sich eine Position in der Nachkriegsgesellschaft zu sichern, und wie sie ihren Status und ihre Ressourcen als Soldat oder Kommandeur auf einen friedensrelevanten Kontext umstellen. Die bisherige Forschung fokussierte dagegen weitestgehend auf der Messung der Effektivität von Friedensmissionen und ihren Anreizsystemen, der Analyse der notwendigen sozial-politischen und wirtschaftlichen Bedingungen einer erfolgreichen Reintegration seitens der aufnehmenden Gesellschaft sowie der Verbesserung des Programmmanagements, ohne jedoch die Übergangsstrategien der verschiedenen sozialen Gruppen im Feld mit einzubeziehen. Kombattanten treten in der Forschung oftmals nur als potenzielle ‚Störfaktoren’ auf, die sich aus weitestgehend unbekannten Motiven heraus der Reintegration und ihren Anreizen widersetzen (sogenannte „Spoiler“).

Basierend auf quantitativen Erhebungen sowie qualitativen Interviews mit ehemaligen Kommandeuren und Soldaten soll die Demobilisierung dreier Guerillagruppen im Anschluss an den kambodschanischen Bürgerkrieg (1979-1999) untersucht werden. Eine zentrale Arbeitshypothese der Studie ist, dass sich die verschiedenen militärischen Ränge in den drei Guerillaverbänden aus unterschiedlichen sozialen Gruppen rekrutieren und daher auch unterschiedliche Übergangsstrategien während der Demobilisierung verfolgen. Die Strategien der Kombattanten im Übergang in Felder der Nachkriegsgesellschaft sind also sozial differenziert und darüber hinaus – so eine weiterführende Hypothese – im Habitus der Akteure verankert. Dies würde bedeuten, dass auch während massiver gesellschaftlicher Umbrüche soziale Differenzierungen fortbestehen, zugleich jedoch Übergangsstrategien der sozialen Gruppen erfordern, für die jede Gruppe entsprechend ihrer früheren Position und ihres Habitus unterschiedlich gut gerüstet ist. Das Forschungsprojekt soll hierüber einen soziologischen Ansatz zur Analyse erfolgreicher und gescheiterter Reintegration von Ex-Kombattanten liefern und ein Licht darauf werfen, mittels welcher Strategien und Ressourcen ehemalige Kommandeure und Soldaten versuchen, ihre gesellschaftliche Position in neue soziale Felder zu übertragen.

 

Stipendien / Förderungen


(2014-2017) DFG-Forschungsprojekt (Eigene Stelle)

(2013-2014) PostDoc-Stipendium, Humboldt Graduate School

(2012) Forschungsstipendium, Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)

(2010-2013) Promotionsstipendium, Elsa Neumann-Stiftung des Landes Berlin

 

Publikationen


Monografien
  • (im Erscheinen) The Social Order of Post-Conflict Transition in Cambodia. Insurgent Pathways to Peace, Lanham: Lexington Books.
  • (2017) Kambodscha unter den Roten Khmer. Die Erschaffung des perfekten Sozialisten, Paderborn: Ferdinand Schöningh.
  • (2015) Bürgerkriegstheorien, Konstanz: UVK.
  • (2015) Inside Cambodian Insurgency. A Sociological Perspective on Civil Wars and Conflict, Burlington, VT/Farnham, UK: Ashgate.

 

Artikel (peer-reviewed)
  • (2018) Insurgent Groups During Post-Conflict Transformation: The Case of Military Strongmen in Cambodia, Civil Wars, S. 1-21.
  • (2014) Analyzing the Cambodian Insurgency as a Social Field, Small Wars & Insurgencies, Vol. 25, Issue 2, S. 457-478.
  • (2011) Die Revolution frisst ihre Kinder. Mangelnde Legitimation, pädagogische Gewalt und organisierter Terror unter den Roten Khmer, Internationales Asienforum, Vol. 42 (1-2), S. 73-105.

 

Herausgeberschaften
  • (2018) The Social Structure of Insurgencies. Reproduction and Change during and after Conflict, Small Wars & Insurgencies, Special Issue, Vol. 29, Issue 4.

 

Weitere Artikel (Einladungen, Sonderbände)
  • (im Erscheinen) Gewalt und Ordnung unter den Roten Khmer, Zeitschrift für Genozidforschung.
  • (im Erscheinen) Brüche und Persistenzen in Kambodschas sozialer Ontologie, Zeitschrift für Kollektivwissenschaft.
  • (2018) The Social Structure of Insurgencies. Reproduction and Change during and after Conflict, Introduction to Special Issue, Small Wars & Insurgencies, Vol. 29, Issue 4, S. 607-628.
  • (2012) Irrigating a Socialist Utopia. Disciplinary Space and Population Control under the Khmer Rouge, 1975-1979, Transcience, Volume 3, Issue 1, S. 40-52.

 

Buchkapitel
  • (2018) The Normality of Going to War: Aspects of Symbolic Violence in Participation and Perpetration in Civil Wars, in: Susanne Buckley-Zistel und Timothy Williams (Hrsg.): Perpetrators. Dynamics, motivations and concepts for participating in mass violence, Abingdon, UK: Routledge, S. 99-116.
  • (2017) Die Revolution der Roten Khmer, in: Roy Knocke (Hrsg.): Jahrhundert der Genozide, Berlin: Duncker & Humblot, S. 83-95.
  • (2016) (mit Sok Udom Deth) The Afterglow of Hun Sen’s Cambodia? Socioeconomic Development, Political Change, and the Persistence of Inequalities, in: Boike Rehbein und Chantana Wungaeo (Hrsg.): Globalization and Democracy in Southeast Asia, London: Palgrave MacMillan, S. 87-110.
  • (2008) Moglis Bestimmung im Garten der Arten. Führerlose Massen, Artentrennung und Familienwerte im “Dschungelbuch”, in: Sacha Szabo / Samuel Strehle (Hrsg.): Unterhaltungswissenschaft, Tectum, Marburg.

 

Reviews
  • (im Erscheinen) End of Empire. 100 Days in 1945 that Changed Asia and the World (eds., David P. Chandler, Robert Cribb and Li Narangoa), ASIEN.
  • (2017) The Handbook of Contemporary Cambodia (Hrsg. Katherine Brickell und Simon Springer), ASIEN, Nr. 142, S. 103-104.
  • (2014) Zwischen Planung und spontaner Ordnung – Stadtentwicklung von Phnom Penh 1860 bis 2010 (Thomas Kolnberger), Internationales Asienforum, Vol. 45 (3), S. 437-439.
  • (2014) Aktuelle Herausforderungen der internationalen (Entwicklungs-)Zusammenarbeit in Südostasien. Nothilfe, Wiederaufbau und Entwicklung im Diskurs (Hrsg. Rolf Jordan und Gunnar Stange), ASIEN, Vol. 133, S. 127-129.
  • (2013) Cambodia. Progress and Challenges Since 1991 (Hrsg. Pou Sothirak, Geoff Wade, Mark Hong), Internationales Asienforum, Vol. 44, Special Issue 1-2 (2013), S. 171-173.
  • (2011) Beyond Democracy in Cambodia. Political Reconstruction in a Post-Conflict Society (Ed. Joakim Öjendal, Mona Lilja), Internationales Asienforum, Vol. 42 (3-4), S. 394-395

 

Vorträge und Workshops


  • (2018) Torture practices and body knowledge under the Khmer Rouge, MacMillan Center Academic Exchanges, Yale Universität, USA, 14. November

  • (2018) The Social Order of Post-Conflict Transition in Cambodia, Genocide Studies Program, Yale Universität, USA, 4. Oktober

  • (2018) Habitus und Macht in der Soziologie bewaffneter Gruppen, Universität Konstanz, 22. Mai

  • (2018) Zur Reproduktion sozialer Ordnungen in kambodschanischen Guerillagruppen, Bundeswehr-Universität München, 13. März

  • (2018) Habitus Hermeneutics and the Cambodian Field of Insurgency, Konferenz: “Biography and Violence. Violent Dynamics and agency in collective processes and individual life histories”, Methodenzentrum Sozialwissenschaften, Universität Göttingen, 9.-10. Februar

  • (2018) Zur Sozialstruktur bewaffneter Gruppen, Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht, Ruhr-Universität Bochum, 11. Januar

  • (2017) Brüche und Persistenzen in Kambodschas kollektiver Ordnung, Forschungsstelle Kultur- und Kollektivwissenschaft, Universität Regensburg, 10. November

  • (2017) Ebenen symbolischer Gewalt in der Erforschung bewaffneter Gruppen, Workshop: Über die Produktion von Konfliktwissen in der Ethnologie, der Regionalwissenschaft und der Friedens- und Konfliktforschung, IAAW, Humboldt-Universität zu Berlin, 6.-7. April

  • (2017) Workshop-Organisation: Über die Produktion von Konfliktwissen in der Ethnologie, der Regionalwissenschaft und der Friedens- und Konfliktforschung, IAAW, Humboldt-Universität zu Berlin, 6.-7. April

  • (2017) Reproduktion sozialer Ungleichheiten in bewaffneten Gruppen, Philipps-Universität Marburg, Forschungskolloquium des Zentrums für Konfliktforschung, 13. Februar
  • (2016) Habitus and Power Practice in a Cambodian Insurgency, Zentrumstage, Zentrum für Konfliktforschung, Philipps-Universität Marburg, 20.-22. Oktober
  • (2016) Power and the Social Structure of Insurgencies in Cambodia, 22. Februar, Lehigh University.
  • (2015) Logiken kollektiver Gewalt unter den Roten Khmer, Konferenz: Aghet und Shoah, Berlin, 8.-10. November
  • (2014) Soziologie kollektiver Gewalt. Der Massenmord der Roten Khmer in Kambodscha, Vortrag im Rahmen einer Ringvorlesung an der Universität Salzburg, 20. Mai
  • (2013) Habitus, Feld und Macht in der Analyse bewaffneter Gruppen, Workshop des AK Gewaltordnungen, Berlin, 22. November
  • (2013) Inside the Field of Resistance. Habitus Groups and Power Practice in the Cambodian Civil War after 1979, EuroSEAS-Konferenz, Lissabon, 2.-5. Juli
  • (2013) Analysing Power Practices in Civil War with Pierre Bourdieu, British Sociological Association, Annual Conference 2013, London, 5. April
  • (2013) Sociology of non-state Armed Groups, Workshop ‘Microfoundations of Conflict’, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 21./22. Februar
  • (2012) Power Practices in non-state Armed Groups. The Cambodian Civil War, 1979-1998, 7th Asian Graduate Forum, Asian Research Institute, National University of Singapore, 16. – 20. Juli 2012
  • (2012) Einleitung und Besprechung der Filmvorführung: „Enemies of the People – Die Suche nach der Wahrheit nach dem kambodschanischen Völkermord“, Asien-Afrika-Institut, Universität Hamburg, 4. Juli 2012
  • (2012) Khmer Intellectuals at War, 4th Southeast Asia Update, Center for Pacific and Asian Studies (CPAS), Radboud Universität Nimwegen, 22. Juni

 

Lehre


  • WiSe 2018/19: Die Herrschaft der Roten Khmer: Ursprünge, Strukturen und Auswirkungen, BA-Seminar, Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

  • WiSe 2018/19: Social and political structures in South and Southeast Asia, Vorlesung (mit Dr. Tamer Soyler)

  • SoSe 2018: Grundlagen postkolonialer Theorie II, BA-Seminar, Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

  • WiSe 2017/18: Grundlagen postkolonialer Theorie: Strukturalismus und Poststrukturalismus, BA-Seminar, Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

  • WiSe 2017/18: Theorien sozialer Ungleichheit, BA- und MA-Seminar, Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

  • WiSe 2017/18: Social and political structures in South and Southeast Asia, Vorlesung (mit Prof. Dr. Boike Rehbein)

  • SoSe 2017: Current Theories of Civil War and Conflicts in Southeast Asia, BA/MA-Seminar, Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

  • SoSe 2017: Machtpolitik und gesellschaftlicher Wandel in Kambodscha unter Hun Sen, BA-Seminar, Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

  • WiSe 2016/17: Understanding Social Inequality, BA/MA-Seminar, Institut für Asien- und Afrikawissenschaften (mit Prof. Dr. Boike Rehbein)