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Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

25.04.: Architekturen der Begegnung. Japan und die „westliche“ Moderne 1900–1939 – eine Verflechtungsgeschichte

Vortrag von Prof. Dr. Kai Kappel, Humboldt-Universität zu Berlin
Wann 25.04.2019 von 18:15 bis 20:00 (Europe/Berlin / UTC200) iCal
Wo Mori-Ôgai-Gedenkstätte, Luisenstr. 39, 10117 Berlin
Kontaktname
Kontakt Telefon 2093-66923

Foto: Kai Kappel

 Katsura Rikyû, Kyôto

 

Nicht nur unser „westliches“ Bild von der Architekturgeschichte Japans ist geprägt von Montagen und offenkundigen Auslassungen. Auch die Erforschung jener japanischen Architekten, die im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts Wien, das Bauhaus oder andere wichtige europäische Architekturschulen und -büros besuchten, steht allenfalls am Anfang. Gleiches gilt für die japanischen Sezessionisten und die International Architectural Association of Japan (IAAJ). Dies sei als eine Einladung verstanden, von einer Geschichte der Einflüsse und der eindimensionalen Prägungen (die Moderne als Western Script) zu einer Austausch- und Verflechtungsgeschichte zu finden. Fokussiert wird dabei auf die Architektenreise beziehungsweise den Studienaufenthalt wie auch die bildmediale Vermittlung von Baukultur. Die Person Tetsurô Yoshidas soll hierfür exemplarisch stehen: Durch seine Postbauten und den persönlichen Austausch mit Robert Vorhoelzer, aber auch als kulturvermittelnder Buchautor („Das japanische Wohnhaus“, 1935) wurde er für die „westliche“ Moderne weit über 1945 hinaus wirksam.

Die neue Vorlesungsreihe Architekturen der Begegnung begleitet die Konzeption und Umsetzung eines Forschungsprojekts, das Prof. Dr. Kai Kappel (Institut für Kunst- und Bildgeschichte) und Dr. Harald Salomon (Mori-Ôgai-Gedenkstätte) organisieren. Es beschäftigt sich mit Architektenreisen von und nach Japan in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und sucht ihre Ergebnisse und Wirkungen auf unterschiedlichen Ebenen auszuloten. In diesem Sinne sollen u.a. die wechselseitigen Prozesse bei konkreten Bauprojekten, die Entstehung persönlicher Netzwerke, aber auch die zunehmend mediale Form des Austauschs untersucht werden.

Kai Kappel ist seit 2012 Professor für Kunstgeschichte am Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin (Professur für Geschichte der Architektur und des Städtebaus) und seit 2016 Prodekan für Lehre und Studium der Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität.

Schwerpunkte seiner Lehre sind die Architekturgeschichte des Mittelalters und des 19.-21. Jahrhunderts, vor allem in Mitteleuropa und Italien; seit 2018 auch die transkulturellen Austauschprozesse zwischen Japan und Europa/Amerika im 20. Jahrhundert.

Im Zentrum seiner Forschungen stehen das normannische und staufische Süditalien; die Rezeption des Mittelalters in der Moderne; die Pluralität der Architekturmoderne; die beiden Weltkriege und die NS-Verbrechen in der europäischen und globalen Gedenkkultur sowie Architektenreisen in der Moderne nach Italien und von/nach Japan; daneben die Geschichte der Kunstgeschichte und die Geschichte der Fotografie.