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Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

"Zwischen den Kulturen" - die neue Dauerausstellung der Mori-Ôgai-Gedenkstätte

 

 

 

Seit dem 20. März 2017 ist die Mori-Ôgai-Gedenkstätte nach längeren Umbauarbeiten wieder regulär geöffnet. Pünktlich zum bevorstehenden 250. Geburtstag Wilhelm von Humboldts kann nun die neue deutsch- und japanischsprachige Dauerausstellung »Zwischen den Kulturen« besichtigt werden. Die Ausstellung arbeitet das vielfältige Wirken Mori Ôgais und seine Beziehung zu Berlin heraus und stellt sie in den Kontext der intensiven wissenschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Japan.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts öffnete sich Japan auf Drängen der Staaten Europas und Nordamerikas, nachdem die weitgehende Isolierung des Landes mehr als zweihundert Jahre angedauert hatte. Das Inselreich stand vor der Herausforderung, sich binnen weniger Jahrzehnte in einen modernen Nationalstaat zu verwandeln, um sich im »Strom der Weltgeschichte« zu behaupten.

Im Zentrum der Reformen, die alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens durchdrangen, standen Erziehungswesen und Wissenschaft. Ausländische Spezialisten wurden nach Japan gerufen, wo sie grundlegende Strukturen des Bildungssystems aufbauten. Zugleich wurden junge Studierende ins Ausland entsandt, um neues Wissen zu erwerben oder ihre Kenntnisse zu vervollkommnen. Annähernd 750 unter ihnen schrieben sich in den Jahren 1870 bis 1914 an der »Berliner Universität« ein. Nach ihrer Rückkehr gelangten diese Brückenbauer in einflussreiche Positionen in Bildung, Kultur, Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft.

Unter ihnen befand sich Mori Ôgai. Durch die Annäherung an eine andere Kultur gewann er nicht nur ein neues Verständnis seiner selbst, sondern wurde auch mit neuen Konzepten von Staat und Religion sowie von Kunst und Wissenschaft vertraut. In diesem Sinn sind seine Erfahrungen paradigmatisch für eine Generation japanischer Intellektueller, die während des Übergangs zur Moderne im Spannungsfeld zwischen Asien und Europa nach einer neuen Identität suchten.

Die Mori-Ôgai-Gedenkstätte sieht sich in dieser Tradition des Wirkens zwischen den Kulturen. Sie lotet Leben und Werk dieser Symbolfigur der deutsch-japanischen Beziehungen aus und ergründet die vielschichtigen Begegnungen zwischen Japan und Europa an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.

 

Impressum

Kuratiert von Beate Wonde
Konzept & Texte: Beate Wonde und Dr. Harald Salomon

Unter Verwendung der Übersetzungen von Heike Schöche (Deutschlandtagebuch), Jürgen Berndt (Ballettmädchen) und Wolfgang Schamoni (Im Umbau, Über die Freiheit der Universität) sowie von Rudolf Hartmanns Lexikon (Japans Studierende in Deutschland 1868-1914).

Dramaturgie, Gestaltung & Planung:
Studio IN - Carla Isern, Cristina Navarro
gemeinsam mit Gema Aparicio
Lichtplanung: Anja Böhlke

Mit besonderem Dank an:
Noriko Fujimura, Prof. Nobuo und Isolde Ikeda, Ruri Kawanami und Michelle Liebheit für die Hilfe bei der Übersetzung und Bearbeitung der Texte

sowie an die Technische Abteilung der Humboldt-Universität, Referat Baumanagement: Silvio Stahn und Lutz Kretzschmar

 

Unterstützer und Sponsoren der Ausstellung

Humboldt-Universität zu Berlin, insbes. Dr. Frank Eveslage
Stiftung Stadtmuseum Berlin
KARL STORZ GmbH & Co. KG
Japan Tobacco International
DEKRA e.V.
Hitachi Ltd. Corporation
JIYUKOBO Ltd.
Mori-Ôgai-Gesellschaft Tokyo
Mori-Ôgai-Gesellschaft & Japanisch-Deutsche Gesellschaft Kitakyûshû
Spendenkomitee Kagoshima
Marianne und Stephan Kupsch, Klaus Wagner (Ernst Wiese & Co.)
Prof. Ozaki Kyôichi, Hashimoto Kyôsuke, Kasagami Takashi, Charles Vacher, Yoshida Jûkô, Itô Hiromi, Takemura Teruo

Allgemeine Bibliothek der Universität Tokyo (Ôgai-Nachlass)
Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz
Mori-Ôgai-Gedenkstätte des Stadtbezirkes Bunkyô, Tokyo

 

Kontakt

Beate Wonde

Humboldt-Universität zu Berlin

Mori-Ôgai-Gedenstätte

Tel.: 030-282-6097

mori-ogai-info@rz.hu-berlin.de