Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

12.05.2022: „Krieg im Manga“: Mizuki Shigerus Erfahrungen während des Asiatisch-Pazifischen Krieges

Werkstattgespräch mit der Übersetzerin Nora Bierich
Tetsuro Yoshida, Das japanische Wohnhaus, Wasmuth Berlin 1935.
Autobiographie des Manga-Zeichners Mizuki Shigeru. Cover des 2. Bandes der Übertragung ins Deutsche (Berlin: Reprodukt 2020)

 

In Band 1 und 2 seiner dreibändigen Manga-Autobiographie zeichnet der berühmte Mangaka Mizuki Shigeru (1922–2015) auf äußerst eindringliche Weise seine Erlebnisse als junger Soldat bei der Eroberung und Besatzung der heute zu Papua-Neuguina gehörenden Insel Neubritannien nach, wo er bei einem Luftangriff auch seinen linken Arm verlor. Mizuki schildert darüber hinaus seine Begegnung mit den Bewohnern Neubritanniens, die ihm halfen, als er schwer erkrankte und zu sterben drohte. Auch nach dem Krieg dauerte die enge Freundschaft mit ihnen an.

Mizuki, der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte, stand dem Militär und dem Krieg früh kritisch gegenüber, und so ist sein Bericht mehr als eine persönliche Geschichte. Mit detaillierten Informationen zu den japanischen Militäroperationen und den politischen Hintergründen stellt das Werk eine der seltenen kritischen Auseinandersetzungen mit dem kriegszeitlichen Japan und dessen hegemonialen Machtansprüchen im Manga dar.

Auch wenn die Textanteile in diesem Medium im Vergleich zu Prosaliteratur weniger komplex zu sein scheinen, stellte die Übertragung der recht umfangreichen Passagen keine geringen Anforderungen an die Übersetzerin. Von ihren Erfahrungen mit Mizukis umfangreichem Werk, das kürzlich beim Reprodukt-Verlag erschienen ist, berichtet die Übersetzerin Nora Bierich in einem Werkstattgespräch.

 

Die Veranstaltung findet in der Mori-Ôgai-Gedenkstätte statt. Wir bitten um Anmeldung, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist.

 
Nora Bierich studierte Philosophie und Japanologie in Berlin und Tokyo und übersetzt seit über zwanzig Jahren japanische Literatur. 2008 erhielt sie für ihre Übertragung von Ōe Kenzaburōs Tagame. Berlin – Tokyo den Übersetzerpreis der Japan Foundation. Im Jahr 2019 wurde ihr gemeinsam mit Ursula Gräfe der Noma-Übersetzerpreis verliehen, den der Verlag Kōdansha International vergibt. Nora Bierich lebt und arbeitet in Berlin.