Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

Die Schriftstellerin Mori Mari – Ôgais Tochter

Lesungen und Vorträge


Nikolai Baumeister, Anne Dastig-Balland & Dmitry Kartava
Humboldt-Universität zu Berlin

Mori-Ôgai-Gedenkstätte, Luisenstraße 39, 6. Juni 2012, 18 h c.t.

 

Foto : Mori Mari Die spät berufene Schriftstellerin Mori Mari ist außerhalb Japans fast unbekannt. Mari / Marie / Maria verkörpert in ihrem Leben das Schicksal einer Generation japanischer Frauen, die im Übergang der Epochen und zwischen den Kulturen ihren Weg finden mussten und die zuweilen ihr “Puppenhaus” verließen, um mit Henrik Ibsen den Weg einer Nora zu gehen. Mari wurde 1903 als Tochter des Dichters und Gelehrten Mori Rintarô, genannt “Ôgai”, in Tokyo geboren. Ihre schulische Erziehung erhielt sie überwiegend in der katholischen Missionsschule für Französische, Englische und Japanische Bildung des Ordens der Schwestern des Saint-Paul de Chartres. Mit sechzehn heiratete sie den Romanisten Yamada Tamaki, Professor der Kaiserlichen Universität Tokyo. Einen Höhepunkt ihres Lebens bildete der Studienaufenthalt in Paris, wohin sie in den Jahren 1922-23 mit ihrem Mann ging, verbunden mit Reisen durch Europa. Wenige Jahre später trennte Mari sich von Tamaki und ihren Kindern Jakku / Jacques und Tôru / Thor. Ihr weiteres Leben folgte den Spuren des vorbildhaften Vaters. Mit Vaters Hut (1957) gewinnt sie Aufmerksamkeit in der literarischen Szene.

Die Vortragenden werden aus Mori Maris Texten lesen, die von Yui Deschler im japanischen Wortlaut vorgetragen werden, und Hinweise auf Leben und Werk geben. Nikolai Baumeister, M.A., studierte Psychologie und Japanologie in Berlin und Tokyo. Anne Dastig-Balland, M.A., absolvierte ihr Studium der Japanologie in Paris, Berlin und Kyoto und schreibt eine Dissertation über Mori Mari. Dmitry Kartava, M.A., studierte Germanistik, Anglistik und Japanologie in Pjatigorsk, Tokyo und Berlin.