Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

7. Juli: Bodhisattva Jizô als Schutzpatron der Kinder

Vortrag von Clemens Schlüter, Werne
  • Wann 07.07.2016 von 18:15 bis 20:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Luisenstr. 39, 10117 Berlin
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Der Bodhisattva Jizô ist eine der populärsten Gestalten des buddhistischen Pantheons in Japan. Der kleine, kahlköpfige Wandermönch mit dem Rasselstab wird seit Jahrhunderten als Helfer und Seelentröster verehrt. In der kalten Leistungsgesellschaft von heute steht Jizô für Barmherzigkeit und Geborgenheit. Als Schutzgottheit gilt sein besonderes Augenmerk den Kindern, die in dieser Welt oder im Jenseits weilen.

Im Rahmen des Begleitprogrammes der Ausstellung „Ein Paradies der Kinder: Der westliche Blick auf Kindheit in Japan um 1900“ nimmt Clemens Schlüter eine Meiji-zeitliche Photographie als Ausgangspunkt, um die Entstehung des Jizô-Glaubens und seine kindheitsbezogenen Aspekte vorzustellen.

 

Clemens Schlüter (geb. 1955) studierte zunächst in Italien Theologie und Soziologie. Darauf setzte er seine Studien in Bonn, Köln und Japan mit den Fächern Japanologie, Orientalische Kunstgeschichte und Vergleichende Religionswissenschaften fort. Von 1986 bis 1996 war er in Japan u.a. als Dozent für Deutsch als Fremdsprache und Europäische Kulturgeschichte tätig, zuletzt in Nagoya.

Ein Keramikgefäß gab 1986 den Anstoß zu der nun bereits mehr als 1.700 Objekte umfassenden Jizô-Sammlung von Clemens und Ryôko Schlüter in Werne. Nach mehreren Photo-Präsentationen in Japan waren Clemens Schlüters Photographien und die Objekte der Sammlung in Deutschland u.a. im Siebold-Museum in Würzburg (1998) und im Grassi-Museum in Leipzig (2004) zu sehen.