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Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

Der Mediziner Mori Rintarô im Kontext der Wissensbeziehungen seiner Zeit

Mori Rintarô, alias Ôgai, hat als Literat und Übersetzer sowie als Mediziner und Staatsbeamter Japans Übergang zur Moderne mitgeprägt. Seine Bedeutung für die japanische Literaturgeschichte ist in- und auch außerhalb des Landes bekannt und Gegenstand zahlreicher Studien. Weniger Aufmerksamkeit hat dagegen Moris Wirken als Mediziner erfahren. Der junge Arzt hielt sich von 1884 bis 1888 als Regierungsstipendiat in Leipzig, Dresden, München und Berlin auf, um Hygiene und Heeres-sanitätswesen zu studieren. Bei Robert Koch, Max von Pettenkofer und anderen Koryphäen der Zeit tauchte er aktiv forschend in die Welt der "naturwissenschaftlichsten aller Naturwissenschaften" ein. Nach seiner Rückkehr in das Inselreich setzte er sich mit großer Energie für die Vermittlung und die lokale Adaption des modernen Wissens ein. Unter anderem veröffentlichte er mit Koike Masanao das erste Lehrbuch der Hygiene in japanischer Sprache (1897).

In der ersten Phase des Projekts (Feb. 2014 - Mar. 2015) wurden in Zusammenarbeit mit Prof. Mori Chisato und dem Center for Preventive Medical Science der Universität Chiba ausgewählte Aktivitäten Moris vor dem Hintergrund der zeitgenössischen internationalen Debatte über die sozialen Bedingungen von Gesundheit und der gesellschaftlichen Bewältigung von Krankheit beleuchtet. Am 11. Oktober 2014 fand ein Symposium (Mori Ôgai and the International History of Public Health) statt.

Im weiteren Verlauf des Projekts erfolgt eine systematische Bestandsaufnahme des Wirkens Moris als Mediziner bzw. als Produzent und Mittler medizinischen Wissens zwischen Japan und Europa.