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Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

Zwischen Tibetisierung und Tribalisierung: Eine neue Anthropologie der tibetoburmanischen Hochlandbewohner in Arunachal Pradesh

DFG Forschungsprojekt

 

Kerstin Grothmann: kerstin.grothmann@web.de
Projektleiter: Prof. Dr. Toni Huber: toni.huber@staff.hu-berlin

 

Dieses Projekt widmet sich einem bedeutenden und anhaltenden Forschungsdefizit in der Anthropologie tibeto-burmanischsprachiger Gesellschaften. Innerhalb des Projektes werden die Wohnstätten und Lebensumstände der Bevölkerung des Südost-Randes der tibetischen Hochebene untersucht. Anhand ethnographischer und ethno-geschichtlicher Untersuchungen sollen neue anthropologische Kenntnisse über eine bislang nicht dokumentierte Gesellschaft des Hochlandes gewonnen werden. Aus den Ergebnissen der Untersuchung wird die erste wissenschaftliche Beschreibung des "Mra-Na Clan Clusters" des Subansiri Distrikts in Arunachal Pradesh hervorgehen. Die Mra-Na gehören zu den am wenigsten bekannten Gesellschaften Asiens. Das allgemeine Ziel des Projektes ist es eine verlässliche ethnographische Grundlage fÜr die Analyse des sozialen und kulturellen Status der Bewohner der unerforschten Berggebiete zwischen Ost-Bhutan und Nord-Burma (Myanmar) zu erhalten. Die Untersuchung versucht die Ansicht, dass solche Gesellschaften isoliert existieren, zurückzuweisen und Hauptaugenmerk darauf zu legen, die dortige Bevölkerung als einen wichtigen Mittler zwischen dem tibetischen Hochland und dem niederigen Bergland zu betrachten. Sie bilden eine Gesellschaft des "Übergangs", welche nicht nur zwischen sehr unterschiedlichen sozialen, kulturellen und physikalischen Umwelten agiert, sondern auch von ihrer Umgebung verändert wurde. Die Ergebnisse werden die kritische Analyse der Interaktionen und des Austausches zwischen den Bewohnern des tibetischen Hochlandes und ihren Nachbarn noch einmal erweitern. Die Untersuchung dieses Prozesses, der als Tibetanization bekannt ist, beschränkte sich bisher auf die Anthropologie Nepals. Die Untersuchung wird sich außerdem mit dem derzeitigen Prozess der Tribalization in der Region befassen. Damit ist die von außen generierte Klassifizierung und die Aufnahme vieler Hochlandgesellschaften als sogenannte "Scheduled Tribes" in den modernen indischen Staat gemeint, so wie die daraus entstehenden sozialen Konsequenzen.