Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

Gesellschaften und Kulturen Südasiens // South Asian Societies and Cultures (SASC)

Profil des Arbeitsbereichs Gesellschaften und Kulturen Südasiens (IAAW, HU Berlin)
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Der Bereich Gesellschaften und Kulturen Südasiens verbindet sozial- und kulturwissenschaftliche Forschung mit einer fundierten sprachpraktischen Ausbildung in Hindi und Urdu. Dieses enge Zusammenspiel von Fach- und Sprachlehre bildet das Kernprofil der regionalwissenschaftlichen Ausbildung: Sprachkurse vermitteln nicht nur kommunikative Kompetenz, sondern eröffnen zugleich direkten Zugang zu gesellschaftlichen Debatten, kulturellen Ausdrucksformen und wissenschaftlichen Quellen aus und zu Südasien. Die fachwissenschaftlichen Module greifen diese sprachlich erschlossenen Perspektiven auf und integrieren sie in die Analyse historischer Entwicklungen, sozialer Dynamiken sowie politischer und kultureller Veränderungen in der Region.
Wir verstehen Südasien als eine vernetzte Region „in Bewegung“, also nicht nur in einem territorial definierbaren Sinne, sondern auch im Hinblick auf vielfältige transregionale Verbindungen und Verflechtungen, die aus der langen Geschichte der Migration aus und innerhalb Südasiens sowie der damit einhergehenden Bildung von Diasporas hervorgegangen sind und derzeit durch die globale Mobilität verstärkt oder neu geprägt werden.
Eine Besonderheit des Bereichs ist die jährliche thematische Schwerpunktsetzung, die Lehre, Forschung und öffentlich sichtbare Aktivitäten wie Workshops, Vortragsreihen und Kooperationen mit gesellschaftlichen Akteur:innen strukturiert. Diese Fokusthemen ermöglichen es, aktuelle Fragen mit langfristigen regionalwissenschaftlichen Perspektiven zu verbinden und zugleich Studierende aktiv in forschungsnahe Projekte einzubeziehen.
Frühere Jahresthemen wie „Jugend“ oder „Stadt“ haben etwa urbane Transformationsprozesse, kreative Szenen oder Familien-, Geschlechter- und Generationenverhältnisse in Südasien in den Mittelpunkt gestellt und damit auch die Auswahl von Texten, Fallstudien und Gastvorträgen geprägt. Das aktuelle Thema „Die Rolle der Universität“ eröffnet Diskussionen zu Wissensproduktion, akademischer Freiheit, Campuspolitiken und der gesellschaftlichen Position von Hochschulen in Südasien und darüber hinaus - Themen, die in der Sprachlehre unter anderem durch zeitgenössische Essays, Medienquellen und Debattenformate aufgegriffen werden.
Im akademischen Jahr 2026/27 wird sich der Bereich auf „Mehrsprachigkeit“ konzentrieren. Dieses Thema verbindet die sprachpraktische Ausbildung in besonderer Weise mit der Forschung: Mehrsprachigkeit ist ein zentraler Bestandteil südasiatischer Alltagspraktiken, literarischer Ausdrucksformen und politischer Aushandlungsprozesse. Die Lehre wird dies etwa durch mehrsprachige Textarbeit, soziolinguistische Zugänge und projektorientierte Formate widerspiegeln.
Darauf folgend widmet sich der Bereich dem Thema „Be/longing“, das Fragen von Zugehörigkeit, Geschlecht, Sexualität und Identität sowie Migration, Mobilität und Heimatvorstellungen verhandelt. Damit richtet sich der Fokus auf emotionale, soziale und politisch umkämpfte Dimensionen des Dazugehörens - ein Feld, das sowohl in der Forschung als auch in der Sprachausbildung (z.B. durch biographische Texte, Poesie oder ethnographische Vignetten) vielfältige Anknüpfungspunkte bietet.
Durch diese strukturierte Verzahnung von sprachlicher Kompetenz, regionalwissenschaftlicher Analyse und gesellschaftsrelevanter Wissenschaftskommunikation positioniert sich der interdisziplinäre Bereich als lebendiger Ort, an dem akademische und gesellschaftliche Diskussionen zu Südasien miteinander in Dialog treten und multiperspektivisch betrachtet & vermittelt werden.


Kontaktperson: Prof. Dr. Nadja-Christina Schneider

 

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Aktuelle Publikationen des Arbeitsbereichs Gesellschaften und Kulturen Südasiens