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Recap: Gelungener 3. Indonesian Studies Day 2026 am IAAW
Knapp 100 Gäste bei unserem vielseitigen akademischen und kulturellen Programm rund um Indonesien

Am Donnerstag, dem 15. Januar 2026, fand am Institut für Asien- und Afrikawissenschaften (IAAW) der Humboldt-Universität zu Berlin der 3. Indonesian Studies Day statt.
Im Mittelpunkt standen neben kulturellen Darbietungen und Fachvorträgen Beiträge von Studierenden der Indonesisch-Sprachkurse am Institut, die über ihre Exkursion 2025 nach Indonesien referierten.
Kulturprogramm mit Gesang, Tanz und Speisen
Eröffnet wurde der Indonesian Studies Day von der bekannten Sängerin Claudia Santoso, die eine eigene Interpretation des Lieds "Indonesia Pusaka" darbot. Es folgte der traditionelle Tanz Tari Piriang Badarai mit akrobatischen Bewegungen, Tanzfiguren und atemberaubender Teller-Jonglistik, choreografiert und vorgeführt von Ankh A. Palmer. Mutiara Tinellung, HU-Studentin, und Tanzpartnerin Linda Smitz leiteten den dritten Themenblock mit ihrer Darbietung des balinesischen Tanzes Tari Belibis ein.
Knapp 100 Gäste konnten während der Pausen Bolu Pandan- und Käsekuchen probieren; die indonesische Botschaft trug mit variationsreichem Fingerfood zum Gelingen der Veranstaltung bei.
Indonesien-Exkursion aus studentischer Perspektive
Im Hauptblock am Vormittag resümierten die studentischen Teilnehmer:innen der Exkursion nach Indonesien im Herbst 2025 ihre vor Ort aus erster Hand gewonnenen Erkenntnisse vor dem Hintergrund des Leitthemas Nachhaltigkeit / Sustainable Development Goals (SDG).
Die mit Mitteln von der Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftlichen Fakultät und Professorin Dr. Claudia Derichs geförderte Exkursion fand vom 11. bis 25. September 2025 statt und führte die Gruppe nach
Jakarta, Semarang, Yogyakarta und Pontianak. Inhaltlich standen die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDG) im Fokus, darunter Themen wie Green Campus, Plastikreduktion, Recycling, Umwelt- und Naturschutz, Gesundheit, erneuerbare Energien und Aufforstung.
Die studentischen Präsentationen erfolgten auf Indonesisch mit deutscher bzw. englischer Übersetzung.
Esie Hanstein, Lektorin für Indonesisch am IAAW, hob die studentischen Beiträge als neues Format für die Veranstaltungsreihe Indonesian Studies Day hervor: "Die Studierenden berichteten nicht nur über die Exkursion, sondern reflektierten sie auch kritisch und stellten sich der Diskussion mit dem Publikum." Der akademische Wert der Reise für die Teilnehmenden trat dadurch klar zutage.
Der 3. Indonesian Studies Day hat eindrucksvoll gezeigt, wie sich akademische Lehre, Sprachpraxis und nachhaltige Entwicklung miteinander verbinden lassen – und welche Rolle unsere Studierenden dabei selbstbewusst übernehmen können.
Interessiert? Hier geht es zu den detaillierten Exkursionsberichten der Studierenden!
Nationale Entwicklungsprojekte und lokaler Protest
Im Nachmittags-Block stellten Venansius Haryanto und Ignasius Jaques Juru (beide Doktoranden in der Abteilung für Südostasienwissenschaften der Universität Bonn) ihre Promotionsprojekte vor, die sich mit den Konsequenzen des Geothermie- und Tourismusausbaus auf der indonesischen Insel Flores befassen.
Beide Referenten sind auf Flores aufgewachsen und sehen sich neben ihrer wissenschaftlichen Rolle auch als lokale Aktivisten, die sich gegen die umweltzerstörenden Auswirkungen von Geothermieprojekten und einer forcierten Tourismuspolitik auf der Insel wenden. Das von der Zentralregierung in Jakarta vorangetriebene Branding von Flores als "neues Bali" und "geothermale Insel" sehen sie als wenig nachhaltig. Das Narrativ der "green economy" suggeriere ein Entwicklungsversprechen, das positiv ausstrahlen soll, den Lebensraum der indigenen Bevölkerung jedoch sukzessive einschränke. Haryanto und Juru boten damit einen seltenen Einblick in lokale Widerstandsformen in Indonesien und regten zu einer differenzierten Reflexion über Konzepte von Nachhaltigkeit und Entwicklung an.
Ein Dokumentarfilm über die Situation auf Flores ist auf YouTube abrufbar: Barang Panas ("Hot Stuff").
Ebenso untermauert der ebenfalls auf YouTube verfügbare Protest-Song Tana Mbate de mit eindrucksvollen Bildern die enge Verbindung, die Aktivismus und Musik eingehen können.
Fazit
Im Ergebnis wurde die Veranstaltung von den Teilnehmenden, zu denen auch Vertreter:innen der Indonesischen Botschaft, des UNESCO-Komitees Berlin, der Deutsch-Indonesischen Vereinigung, der NGO Watch Indonesia und der Deutsch-Indonesischen Gesellschaft Südwestfalen zählten, als großer Erfolg empfunden.
Auch in Indonesien wurde die Veranstaltung wahrgenommen und in der Presse besprochen:
https://milenianews.com/pendidikan/mahasiswa-universitas-humboldt-berlin-gelar-indonesia-studies-day
Bericht und Kontakt
Esie Hanstein, Sprachlektorin für Bahasa Indonesia, IAAW
esie.hanstein(at)hu-berlin.de
Symposium, March 6, 2026: New Area Studies / New Century: 25 Years In – New Area Studies Research Centre, University of East Anglia
New Area Studies Symposium, Norwich, UK

*** With Professor Claudia Derichs, IAAW, as Keynote Speaker ***
On Friday March 6th 2026, the New Area Studies Research Centre at the University of East Anglia will be hosting a one-day symposium: New Area Studies / New Century: 25 Years In.
Professor Derichs' talk will be titled: "Blaming, claiming, shaping: New trends in Area Studies."
Area Studies have gone through a vivid trajectory from serving geopolitical purposes during World War II and the Cold War towards defending their raison d’être in competition with so-called systematic disciplines. A particular discursive terrain is occupied by attempts to align Area Studies with the study of International Relations (IR). The lecture subscribes to the rather recent notion of New Area Studies and discusses their difference to Comparative Area Studies, which attracted attention throughout the 2000s. A special conceptual angle in New Area Studies is a multi-scalar and relational understanding of the terms "area" and/or "region", making the notions of "process geographies" and "emotional geographies" productive for doing Area Studies. This encompasses translocal, transnational, transregional and transcultural perspectives, all of which refer to particular conceptions of what the prefix trans is meant to designate. In view of the relationship between Area Studies and disciplines, the lecture proposes a radical out-of-the-box thinking. Examples from Asia and the Middle East – or WANA (West Asia and North Africa) and NAWA (North Africa-West Asia) in a more critical diction – form the empirical base of the argument. They are rooted in close to three decades of research on and in the respective regions, a strong commitment to the principle of "no research about you without you" ("forschen mit statt forschen über" in German), and an equally strong belief in the importance of language skills in Area Studies.
Praktikumsangebote in Indonesien
Praktika in Indonesien – Java, Kalimantan, Sulawesi, Sumatra, Lombok
Java – Kalimantan – Sulawesi – Sumatra – Lombok
Das IAAW konnte durch vielfältige und langjährige Aktivitäten und Kooperationen in Indonesien ein
lebendiges akademisches Netzwerk aufbauen. Für Studierende der Humboldt-Universität bieten sich somit
neben Auslandssemestern an der Partneruniversität Gadjah Mada in Yogyakarta auch verschiedene
Möglichkeiten von Praktika in sozialen Projekten und an Universitäten in ganz Indonesien.
Thematisch sind die Praktika sehr flexibel ausgestaltbar. Schwerpunkte sind u.a. Sprachunterricht, SDGs und Nachhaltigkeit. Je nach gewählter Einrichtung können die Themen variieren.
So geht es z.B. beim Praktikum im Waisenhaus in Pontianak auf der Insel Kalimantan stark um soziale
Belange, die aber auch mit Englischunterricht oder auch DAF kombiniert werden können. Koordiniert
werden die Praktikas in Pontianak über das Projekt „Strahlendes Lächeln e.V“.
Im Sultanspalast von Yogyakarta kann es dagegen z.B. um die angemessene Bespielung der Social-Media-Kanäle und insgesamt die Öffentlichkeitsarbeit gehen.
In den staatlichen islamischen Universitäten (UIN) und Instituten (IAIN) wird zumeist der Fremdsprachenunterricht nachgefragt, aber auch weitere interessante Themenstellungen sind möglich.
Voraussetzung ist ein bestandener, mindestens zweisemestriger Indonesisch-Kurs am IAAW sowie
natürlich etwas Mut, sich auf eine völlig neue Kultur einzulassen. Bewerber:innen werden bei der Wahl
der Praktikumsplätze, der Visabeantragung und allen Behördengängen intensiv beraten und unterstützt.
Kontakt und weitere Informationen
Esie Hanstein
IAAW, Humboldt-Universität zu Berlin
esie.hanstein(at)hu-berlin.de

IAAW-Studierende in Indonesien – Exkursionsberichte
Indonesien-Exkursion 10. - 25. September 2025
Exkursion zum Thema "SDGs und Green Campus" im Rahmen der Indonesisch-Kurse des
IAAW, Humboldt-Universität zu Berlin, vom 10. - 25. September 2025
von Esie Hanstein, Sprachlektorin für Bahasa Indonesia am IAAW
Im September 2025 unternahmen Studierende der Indonesisch-Kurse des Instituts für Asien und
Afrikawissenschaften (IAAW) der Humboldt-Universität zu Berlin eine zweiwöchige Exkursion nach Indonesien. Die Reise stand unter der Leitung der Indonesisch-Sprachlektorin Esie Hanstein und verfolgte das Ziel, sprachliche und kulturelle Kompetenzen zu vertiefen sowie theoretisch erarbeitete Inhalte zu Nachhaltigkeit und den Sustainable Development Goals (SDGs) in einem interkulturellen Kontext praktisch zu erproben.
Neben dem sprachpraktischen Austausch lag der Schwerpunkt auf der Diskussion von Nachhaltigkeitsstrategien an indonesischen Universitäten ("Green Campus") sowie auf der Reflexion zukunftsfähiger Entwicklungsziele. Die Exkursion führte die Gruppe von der Hauptstadt Jakarta über Semarang und Yogyakarta bis nach Pontianak auf der Insel Kalimantan und verband akademische, kulturelle und gesellschaftliche Lernprozesse.
Bereits im November 2024 besuchte eine hochrangige Delegation staatlicher islamischer Universitäten die HU; die gerade erfolgreich abgeschlossene Exkursion stellte den Gegenbesuch bei den indonesischen Partnerinstitutionen sowie die Fortführung der Kooperationsinitiative dar.
Zum Weiterlesen bitte hier klicken: Exkursionsbericht Esie Hanstein
Exkursionsbericht Indonesien – von Fabian
Für die meisten von uns ging die Reise am 9. September in Deutschland los – mit Zwischenstopp im Nahen Osten, bevor es weiter nach Indonesien ging. Nach dem langen Flug kamen wir schließlich am
10. September in Jakarta an. Die Ankunft war ehrlich gesagt ziemlich anstrengend – die Hitze, der Zeitunterschied und natürlich der Jetlag machten sich sofort bemerkbar. Trotzdem waren wir alle neugierig und gespannt auf das, was uns erwarten würde. Nach einer gefühlt endlosen Fahrt durch den chaotischen, aber faszinierenden Verkehr Jakartas erreichten wir schließlich unsere Unterkunft im Süden der Stadt, ganz in der Nähe der UIN-Universität. Dort konnten wir uns kurz ausruhen und langsam an die neue Umgebung gewöhnen.
Am nächsten Morgen ging es dann (gefühlt viel zu früh) direkt an die Uni. Trotz Müdigkeit wurden wir dort unglaublich herzlich empfangen – schon der Empfang durch den Rektor und die Lehrkräfte war sehr offen und freundlich. Nach einer kurzen Vorstellung ging es auch gleich in einen Vorlesungssaal, wo wir unsere vorbereitete Präsentation zu den Sustainable Development Goals (SDGs) und dem Thema Nachhaltigkeit hielten.
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Exkursionsbericht Indonesien – von Katharina
Vom 9. bis 26. September unternahmen Studierende der Indonesisch-II- und Indonesisch-IV-Kurse eine gemeinsame Exkursion nach Indonesien, um Sprache und Kultur intensiver kennenzulernen und sich vor Ort mit den Studierenden über Nachhaltigkeit und die Sustainable Development Goals (SDGs) auszutauschen. Mit dieser Exkursion erfüllte sich für mich ein lang gehegter Wunsch: meine erste Fernreise und die nach Indonesien. Mein Interesse an Land, Kultur, Geschichte und Landschaft hat mich maßgeblich dazu bewegt, den Masterstudiengang am IAAW zu beginnen.
Als wir am frühen Nachmittag des 10. September in Jakarta landeten, wurde ich sofort von den Eindrücken überwältigt: die feuchte, warme Luft, die Schilder auf Bahasa Indonesia, das Stimmengewirr. Trotz der Müdigkeit spürte ich Euphorie und ich habe mich direkt wohl und angekommen gefühlt.
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Exkursionsbericht Indonesien – von Moritz
Im Rahmen einer zweiwöchigen Exkursion unter der Leitung meiner Sprach-Dozentin Esie Hanstein und ihrem indonesisch-affinen Ehemann, Thoralf Hanstein, hatte ich die Möglichkeit, den beeindruckenden Inselstaat sowohl aus akademischer als auch persönlicher Perspektive kennenzulernen. Für mich war dies eine ungemein wertvolle Erfahrung, da ich mich über fast zwei Jahre im akademischen Kontext in Sprach- und Landeskundeseminaren intensiv mit der Region auf verschiedensten Ebenen auseinandergesetzt habe, ohne je dort gewesen zu sein.
Umso mehr habe ich mich gefreut, dass Esie durch unglaublich ehrgeizige Bemühungen ein für die Studierenden faires Reisebudget über die Mittel der HU organisieren konnte, um diese Exkursion zu realisieren und für möglichst viele Studierende zugänglich zu machen.
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Exkursionsbericht Indonesien – von Olga
Extreme Müdigkeit, emotionale Erschöpfung, Erkältung und Fieber mit 38,5 °C. Das waren die Konsequenzen der 14-tägigen Exkursion durch ganz Indonesien, die gleich darauf folgten. Aber warum? Und hatte es sich überhaupt gelohnt, sich aus der Komfortzone herauszuziehen, um mit diesen Symp-tomen nach Hause zu kehren? Um diese Fragen zu beantworten, müssen wir ganz von vorne anfangen.
In der Reisegruppe war ich eine der wenigen, die zuerst nach Indonesien gingen, und konnte nicht wissen, in welcher Welt wir die nächsten 15 Tage verbringen würden, aber eine Bestimmung hatten wir vor Augen. Wir waren Botschafter der Nachhaltigkeit mit dem Ziel, drei Vorträge zum Thema „Green Campus und SDGs” an islamischen Universitäten zu halten und mit Studierenden Indonesiens über Nachhaltigkeit im studentischen Alltag und mögliche Entwicklungen zu sprechen.
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Ein balinesischer Tempel mitten in Berlin
Studierende aus dem Indonesisch-Kurs des IAAW besuchten am Samstag, den 25.10.2025, den balinesischen Tempel Pura Tri Hita Karana in den Gärten der Welt. Dort worden an diesem Tag gleich mehrere Zeremonien zelebriert: der 15.-Jahrestag der Weihung mit heiligem Wasser aus Bali, eine Vollmond-Zeremonie und eine Zeremonie anlässlich des Tages der Pflanzen.
Der Tempel wurde nicht nur als Gebetsstätte für Hindu-Bali in Berlin eingerichtet, sondern auch für alle, die die balinesische Kultur und Traditionen kennenlernen möchten. Er steht auch allen Besuchern offen, die einfach nur eine „balinesische Atmosphäre" kennenlernen und nachempfingen wollen. Denn ein Vorteil dieses Tempels ist, dass er in einem Gewächshaus in dem größten Park der Hauptstadt Berlin errichtet wurde, so dass Temperatur und Luftfeuchtigkeit dem tropischen Klima von Bali, Indonesien, recht nahekommen.
Die Studierenden waren beeindruckt von der Offenheit der religiösen Zeremonie: niemand wurde als störend empfunden; wer wollte, konnte problemlos daran teilhaben. Im Anschluss wurden die Gäste sogar noch mit indonesischen Köstlichkeiten bewirtet.
Exkursion Studierender des IAAW nach Indonesien
Im September 2025 reist eine Studierendengruppe des IAAW zusammen mit der Indonesisch-Sprachlektorin Esie Hanstein für eine zweiwöchige Exkursion nach Indonesien, genauer auf die Inseln Java und Kalimantan. Ein großer Teil der Kosten der Exkursionskosten konnte über die Fakultät eingeworben werden. Auf der Exkursion sind u.a. Gesprächsrunden in Universitäten in Jakarta, Semarang und Yogyakarta und bei der Indonesischen Sprachenbehörde (Badan Bahasa) geplant, aber auch die Kultur kommt nicht zu kurz, denn es werden auch der Künstler F. Widayanto, Museen, ein Sultanspalast und Tempelanlagen besucht. Auf Kalimantan wird es einen Termin auf einer Palmölplantage geben. Insgesamt steht die Exkursion unter dem Motto „Green Campus" und erwidert den Besuch einer indonesischen Delegation vom November 2024. In Vorbereitung der Exkursion trainieren die Studierenden die Gesprächsführung und Präsentation zum Thema Nachhaltigkeit und SDGs.