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Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

The Transnational Literary Public Sphere of Radical Salafi Ideologues in Pakistan and the Arabian Hemisphere

Dissertationsprojekt von Matthias Kugler

 

Seit dem 11. September 2001 ist der "globale Jihadismus" nicht nur ein wiederkehrendes Thema in den Medien und in der Politik, sondern auch im wissenschaftlichen Diskurs. Unmengen Bücher und Artikel über al-Qaida und andere radikale Gruppierungen und Netzwerke sind hierzu in diversen akademischen Sparten publiziert worden. Ein größerer Teil dieser Literatur zählt zu den "Terrorismus-Studien", die zum einen den Ursprung radikal-islamischer Gewaltausübung analysieren und sich zum anderen auf die Prävention und Verhinderung terroristischer Gewalttaten fokussieren. Politikwissenschaftler, Soziologen, Psychologen und Forscher aus vielen anderen wissenschaftlichen Disziplinen führen ihre Studien im Rahmen verschiedener theoretischer und methodischer Herangehensweisen aus. Seit einigen Jahren hat sich eine kleine aber wachsende Zahl dieser Studien der philosophisch-theologischen Grundlage des Phänomens des globalen Jihadismus verschrieben. Die Forscher konzentrieren sich vor allem auf die inhärenten Entwicklungen der Gedankengebäude radikaler islamistischer Organisationen oder Individuen. In diesem Zusammenhang wird das Phänomen des globalen Jihadismus nicht nur als eine Vorstellung von Radikalen verstanden, die eine große soziale Bewegung in Gang setzen wollen, sondern auch als eine aufkeimende transnationale Ideologie, die in der gesamten muslimischen Welt zunehmend an Aufmerksamkeit gewinnt.

Die Dissertation ist ein Beitrag zu dieser aktuellen Debatte. Ein besonderer Fokus wird auf die Rolle von Texten und ihre Intertextualität für die Entwicklung und transnationale Verbreitung der Ideologie des globalen Jihadismus gelegt. In diesem Kontext wird ein theoretisches Modell entwickelt, das "literarisch-öffentliche Sphäre" genannt werden soll. Durch eine Untersuchung jüngerer Publikationen von Organisationen und Einzelpersonen aus Pakistan, versucht die Dissertation deren Verbindungen zu Autoren aus der arabischen Welt wie Abdallah Azzam oder Abu Muhammad al-Maqdisi aufzuzeigen, die zu den führenden Ideologen des globalen Jihadismus gehören.

 

 


Matthias Kugler beendete im Juli 2010 sein Magister-Studium in den Fächern Islamwissenschaft und Politikwissenschaft an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Seine Schwerpunkte lagen vor allem im Bereich der Autoritarismusforschung mit Fokus auf die arabischen Länder und auf der historischen und rezenten Entwicklung des Nahostkonflikts. So studierte er u.a. von 2005 bis 2006 für zwei Semester an der Universität Birzeit in den Palästinensischen Autonomiegebieten und vertiefte seine Kenntnisse des Arabischen während längerer Aufenthalte in Syrien und Ägypten. Die theoretischen Grundlagen für sein im Oktober 2010 beginnendes Dissertationsprojekt am Lehrstuhl für Kultur und Gesellschaft Südasiens an der Humboldt-Universität legte er in seiner Magisterarbeit mit dem Titel: "Zwischen Staatsbürgerschaft und Identität. Die literarische Öffentlichkeit im palästinensischen Israel".